Erstmals seit neun Jahren kann sich Mainz 05 für den Europapokal qualifizieren. Die erfolgreiche Saison trägt zur positiven Entwicklung des Klubs bei. „Wir boomen in allen Bereichen“, sagt Sportvorstand Christian Heidel.
Warum ein VfB-Sieg nicht nur positiv wäre
Vor einem Jahr bangte Mainz 05 am 34. Spieltag noch um den Klassenverbleib, der schließlich mit einem 3:1-Sieg beim VfL Wolfsburg gelang. Diesmal geht die Mannschaft von Bo Henriksen als Tabellensechster in den letzten Spieltag und kann gegen Bayer Leverkusen (Samstag, 15.30 Uhr, LIVE! bei kicker) den Einzug in den Europapokal perfekt machen.
„Wir wollen unsere tolle Saison krönen. Wir werden alles probieren, um gegen die zweitbeste deutsche Mannschaft zu gewinnen. Jeder in Mainz freut sich auf das Spiel“, betont Christian Heidel. Der Sportvorstand will sich den Erfolg nicht kleinreden lassen. Vor wenigen Wochen stand Mainz noch auf einem Champions-League-Platz, nach sieben sieglosen Spielen rutschte das Team jedoch aus den Europacup-Rängen. Mit einem 4:1-Sieg beim VfL Bochum kehrten Jonathan Burkardt und Co. am vergangenen Wochenende auf Platz sechs zurück. Um noch Fünfter zu werden, müsste der FSV drei Punkte und fünf Tore auf Dortmund aufholen. Gleichzeitig sitzt den Rheinhessen RB Leipzig im Nacken, das wie der FSV 51 Punkte aufweist.
Leipzig trifft auf den VfB Stuttgart, der Mainz nun Schützenhilfe leisten könnte. Das wäre im Hinblick auf die Conference League natürlich willkommen, im Hinblick auf die TV-Gelder der Bundesliga allerdings nicht. „In der Fernsehgeldtabelle haben wir uns um drei Plätze verbessert. Wenn wir den Vorsprung auf Stuttgart halten, sind es sogar vier. Wir werden im nächsten Jahr sechs, sieben Millionen Euro mehr TV-Geld bekommen“, prognostiziert Heidel. In der Fünfjahreswertung liegt Mainz derzeit auf Rang zwölf.
„Alle Umsätze sind explodiert, wir boomen in allen Bereichen.“ (Christian Heidel)
Der Einzug nach Europa wäre auch der bisherige Höhepunkt in der jüngeren Vereinsgeschichte, nachdem Heidel als Sportvorstand und Martin Schmidt als Sportdirektor im Winter 2020/21 zu Mainz 05 zurückgekehrt waren. „Anfang 2021 haben wir einfach die Reset-Taste gedrückt. Da war der Verein ein bisschen in sich verloren. Die Stimmung war schlecht und die Akzeptanz war gering. Schaut man sich die Entwicklung an, sieht man, dass wir zunächst mit einer Rückrunde auf Champions-League-Niveau die Klasse gehalten haben, dann einmal Achter und einmal Neunter geworden sind. Es folgte die einzige schlechte Halbserie, die wir noch kitten konnten, und jetzt stehen wir kurz vor einem europäischen Startplatz“, rechnet Heidel vor.
Seit 2021 stieg die Mitgliederzahl von 13.000 auf über 25.000, statt 6000 Trikots werden 25.000 verkauft. „Das ist für andere Klubs nicht viel, bei uns ist es das Vierfache. Alle Umsätze sind explodiert, wir boomen in allen Bereichen“, stellt Heidel fest.

