Vincent Kompany darf sich zum Re-Start beim FC Bayern über formstarke Profis freuen. Der FC Augsburg eher weniger.
Nationalspieler kehren mit breiter Brust zurück
Irgendwann musste es auch in München mal wieder regnen, schade nur für Harry Kane und Co., dass die Rückkehr zum FC Bayern deshalb etwas ins Wasser fiel, stattfinden musste sie dennoch. Seit Donnerstag trainiert der englische Toptorjäger wieder an der Säbener Straße und wird damit natürlich zur Verfügung stehen für das Bundesliga-Spiel in Augsburg am Samstag (sofern nichts Unvorhergesehenes mehr dazwischenkommt).
Vincent Kompany hat bis auf Jamal Musiala (Muskelfaserriss) wieder die Qual der Wahl, und diese hat er vor dem etwas heißeren Herbst sogar sehr gerne. Neun Spiele in vier Wochen stehen auf dem Programm, Alternativen wird er dringend zur Rotation und Schonung benötigen.
Da kommt es dem Trainer natürlich sehr gelegen, dass der Großteil seiner Nationalspieler mit einer noch breiteren Brust zurückgekehrt ist also ohnehin schon. Klar, bei Joshua Kimmich hätte die Länderspielphase insgesamt schon geräuschloser verlaufen können, und Musiala hätte sich auch nicht verletzten müssen. Und Lennart Karl hätte ruhig noch etwas mehr Frechheit zurückerlangen können.
Urbig winkt in Norwegen die nächste Chance
Aber insgesamt darf sich Kompany nicht beschweren: Tom Bischof spielte unter Jürgen Klopp sowohl gegen Serbien (Tor zum 1:0) als auch in Griechenland eine gute Rolle, Aleksandar Pavlovic genauso und vielleicht sogar noch etwas souveräner. Und Jonas Urbig hielt in seinen ersten beiden Länderspielen gleich zweimal den Kasten sauber. In Augsburg darf Manuel Neuer zwar wieder ran, gleich danach aber in der Champions League könnte Urbigs nächste Chance bei Viking Stavanger lauern.
Vor nicht allzu langer Zeit hatten Länderspielphasen die Bayern-Verantwortlichen das Fürchten gelehrt, gleich mehrere Spieler waren vor allem in Kompanys Debütsaison teilweise schwer verletzt zurückgekehrt. Dieses Mal sorgte die neu geschaffene, zweiwöchige Pause sogar für Freude. Serge Gnabry hat etwas Rhythmus sammeln können, Konrad Laimer ist nach seinen Adduktorenproblemen aufs Feld zurückgekehrt. Andere Vielspieler wie Dayot Upamecano durften sogar mal durchschnaufen.
Olise bringt sogar Zidane zum Staunen
Und zur Feier des Tages spielen beim FC Bayern vorne gerade zwei Weltklasse-Akteure, die viel besser kaum drauf sein könnten. Wie Michael Olise sogar den oftmals stoischen Zinedine Zidane in Frankreich zum Staunen brachte, spricht schon Bände und hat auch Gründe: Olise scheint aktuell zu jeder Sekunde gegen jeden Gegner in der Lage, Spiele zu entscheiden, gegen Belgien reichten ihm jüngst 30 Minuten.
Teamkollege Kane garnierte sein Rekord-Länderspiel mit einem Doppelpack zum 3:0 gegen Tschechien und steht nach vier Nations-League-Spielen schon wieder bei sechs Toren. „Nichts von dem, was er macht, überrascht mich noch“, erzählte Jude Bellingham später. „Er ist ein unglaubliches Vorbild, ein großartiger Mensch, und es ist eine Ehre, mit ihm auf dem Platz zu stehen.“
Ob die Augsburger Abwehr das am Samstag genauso sehen wird, darf man mal abwarten. Aber: Kane hat in drei Spielen in Augsburg erst zweimal getroffen und auch nur zwei Tore vorbereitet. Das ist ja fast schon peinlich für einen Ballon-d’Or-Anwärter!

