Augsburg musste erstmals nach 684 Minuten wieder ein Gegentor hinnehmen – durch einen Elfmeter. Der Strafstoßpfiff sorgte für mächtig Frust bei den Fuggerstädtern.
Dahmens Serie endet umstritten
Um kurz vor 17 Uhr am Samstag war es so weit: Finn Dahmen musste erstmals nach 684 Minuten wieder ein Gegentor hinnehmen – nur fünf fehlten ihm, um in der Liste der längsten Zu-null-Serien in die Top 5 einzuziehen. Die Entstehung sorgte für Ärger in Augsburg: Der von Andrej Kramaric verwandelte Handelfmeter war selbst aus der Sicht von TSG-Trainer Christian Ilzer „sehr umstritten“.
Was war passiert? Jeffrey Gouweleeuw war der Ball nach einem Block von Chrislain Matsima aus kurzer Distanz im eigenen Sechzehner an den Arm gesprungen. „Von einem Meter schießt er (Haris Tabakovic, Anm. d. Red.) auf Chris und der Ball kommt an meinen Arm. Der Ball geht ja weg vom Tor. Ich bin in Bewegung. Was soll ich da machen?“, so der FCA-Kapitän am Sky-Mikrofon.
„Wenn ich mit meinen Händen hinter meinem Rücken stehe, das ist unnatürlich.“ (Jeffrey Gouweleeuw)
Schiedsrichter Tobias Reichel, der zunächst mit dem Pfiff ein paar Augenblicke gewartet hatte, habe ihm seine Entscheidung mit einer unnatürlichen Bewegung begründet. Nachvollziehen konnte der Niederländer es nicht. „Wenn ich mit meinen Händen hinter meinem Rücken stehe, das ist unnatürlich. Mittlerweile habe ich das Gefühl, dass die Schiedsrichter selbst nicht wissen, was ein Handspiel ist und was nicht“, erklärte Gouweleeuw.
Sein Trainer kritisierte vor allem den fehlenden Eingriff des VAR. Dass Reichel nicht selbst raus an den Monitor ging, konnte Jess Thorup „nicht verstehen“. „Wenn er das sieht, wird er 100-prozentig sagen: ‚Es ist kein Elfmeter'“, erläuterte der 55-Jährige.
Wenig später brauchte Reichel erneut die Unterstützung eines Assistenten – diesmal vom Linienrichter. Der Referee hatte nach einem Luftduell zwischen Dahmen und Tabakovic – der Torwart war mit seinen Fäusten zuerst am Ball – erneut auf den Punkt gezeigt, ehe er nach Intervention des Linienrichters seine Entscheidung revidierte. „Danach gibt es noch eine Entscheidung, wo er meint, es ist Elfmeter. Ich weiß nicht, was bei ihm im Kopf vorging. Das geht einfach nicht“, so Gouweleeuw.
Letztlich verpassten es die Fuggerstädter durch den umstrittenen Ausgleich, noch näher an die internationalen Plätze heranzurücken. Anstatt zwei haben sie nun vier Punkte Rückstand auf den fünften Rang, den Gladbach innehat.

