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Was Lemperle noch verbessern muss

Obwohl Hoffenheims Stürmer Tim Lemperle auf Anhieb zur Stammkraft und zum Leistungsträger aufstieg, hat der 24-Jährige noch Luft nach oben.

Hoffenheims Stürmer über Ziele, Qualität und Neuzugänge

Zum Trainingsstart hatte sich Tim Lemperle noch mit einer ungewohnten Frisur und deutlich längerem Deckhaar präsentiert. Doch es lag nicht nur an der aktuellen Hitzewelle, dass sich der Stürmer nun wieder für seinen alten Kurzhaarschnitt entschied. „Die lange Mähne hat mich irgendwann gestört. Ich mag es, wenn ich morgens aufstehe und so aussehe, wie ich abends ins Bett gehe“, erklärt der nun wieder kurzgeschorene 24-Jährige.

Zweckmäßiger ist es auch angesichts der hohen Temperaturen, die den Spielern in der Vorbereitung alles abverlangen. „Es war anstrengend und extrem warm, das tut auf jeden Fall weh“, gestand Lemperle nach dem 3:1-Sieg im Test gegen den Zweitligisten Holstein Kiel bei nahezu 40 Grad am Mittwochabend in Zuzenhausen. Doch im Bewusstsein, wie die Kollegen nur eine Halbzeit ran zu müssen, hatte gerade Lemperle von Beginn an Vollgas gegeben und schon nach 15 Minuten vier Großchancen verbucht – aber nur ein Tor erzielt. Die fünfte Gelegenheit nutzte er dann zum Doppelpack.

„Ja, an der Ausbeute muss ich noch arbeiten“, erkennt Lemperle und hat sich das für seine zweite Saison in Hoffenheim fest vorgenommen, „aber zwei Tore sind schon mal ganz gut in der Vorbereitung“. In seinem ersten Jahr war der aus Köln geholte Angreifer gleich zur Stammkraft und zum Leistungsträger aufgestiegen, was 29 Einsätze (davon 24 in der Startelf) belegen. Vor allem mit seinen läuferischen Qualitäten wusste der „Chefanläufer“ der TSG zu überzeugen und die Gegner früh unter Druck zu setzen.

Keine Torquote für die neue Saison

Mit acht Treffern fiel die persönliche Ausbeute allerdings überschaubar aus und hätte mit mehr Ruhe und Präzision beim Abschluss durchaus deutlich höher sein können. Auch gegen Kiel traf der gebürtige Frankfurter aus kurzer Distanz nur den Pfosten oder verzog zweimal knapp aus aussichtsreichen Positionen – alles potenzielle Treffer.

Eine feste Quote peilt er jedenfalls nicht an in der kommenden Saison. „Man muss immer schauen, wie viele Chancen man kriegt. Ich finde es blöd, wenn ich jetzt sage, ich will 50 Tore schießen, kriege aber nur zwei Bälle“, überspitzt Lemperle und mag sich nicht unnötig unter Druck setzen. „Ich will in jedem Spiel versuchen, der Mannschaft zu helfen, und wenn ein anderer das Tor schießt, ist es auch völlig in Ordnung für mich. Hauptsache, wir gewinnen.“

Gerne wieder so häufig wie in der Vorsaison. „Mit der Europa League kommt jetzt ein neuer Wettbewerb dazu. Darauf freue ich mich extrem. Die Aufgabe wird anspruchsvoller, und wir sind gut bedient, wenn wir gucken, dass wir alle Spiele mit einer ähnlichen Intensität angehen. Das ist das Ziel“, formuliert es Lemperle, der bei der TSG einen gewissen Leistungsabfall im Verlauf der vergangenen Saison registrierte. „Letzte Saison sind wir am Ende ein bisschen inkonsequent geworden und haben die Spiele nicht mehr so angegangen über die 90 Minuten, wie wir es vorher gemacht haben. Wir müssen es konstanter zu Ende bringen.“

Lemperle spürt „brutalen Hunger bei den Jungs“

Trotz der Qualitätsverluste durch die Abgänge von Bazoumana Touré und mutmaßlich auch Fisnik Asllani sieht Lemperle Hoffenheim dank der Neuzugänge dafür gut aufgestellt. „Man merkt wieder einen brutalen Hunger bei den Jungs. Das finde ich immer extrem besonders. Auch die Jungs, die aus der zweiten Mannschaft mit dabei sind, geben wirklich richtig Vollgas. Auch im Training bei Läufen“, versichert Lemperle. „Man merkt einfach, die haben richtig Bock.“

Das hebt das Niveau zwangsläufig. „Wir brauchen noch Zeit, und die WM-Fahrer kommen ja auch noch dazu“, so Lemperle, der mit dem Zwischenstand und den Resultaten gegen Zweitligisten absolut zufrieden ist, „die 2. Liga fängt deutlich früher als wir an. Die müssen früher ready sein. Und trotzdem schlagen wir diese Gegner aktuell. Und das ist, glaube ich, schon mal ein ganz guter Maßstab, um zu sagen, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“

Auch Lemperle selbst. Das findet jedenfalls Cheftrainer Christian Ilzer. „Er hat in 45 Minuten zwei Tore gemacht und dazu ist er noch zu Torchancen gekommen, das ist sehr, sehr positiv“, registriert der 48-Jährige. „Dass er dann auch zwei Tore gemacht hat, das tut ihm gut. In diese Situationen final zu kommen, zeigt: Er ist an der richtigen Stelle, aktuell fehlt noch die letzte Frische, die letzte Spritzigkeit, um die auch noch zu machen.“ Es ist ja noch Zeit.

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