Die erste Trainingswoche des 1. FC Köln hat nicht nur bei den Spielern, sondern auch im Trainerteam Spuren hinterlassen. Der erste Test stellte René Wagner zufrieden, dass er Marvin Schwäbe trotz seiner Bestätigung als Kapitän nicht mit der Binde auf das Feld schickte, hatte einen besonderen Grund.
Köln setzt auf Intensität
Als René Wagner nach dem 5:0 im Test gegen den FC Rheinsüd Köln vor die Presse trat, kratzte die Stimme des Trainers ein wenig. „Da habe ich in der ersten Woche leider immer mit zu kämpfen“, schmunzelte er. „Das ganze Trainerteam hat die ganze Woche viel Energie gegeben. Ich glaube, da hat aktuell keiner mehr eine Stimme.“
Energie, Intensität, Haltung, das waren die Hauptthemen in der ersten Trainingswoche und auch für den ersten Aufgalopp gegen den Bezirksligisten. „Das Produkt haben wir bei der Mannschaft gesehen, die waren alle da“, freute sich Wagner und konnte drüber wegsehen, dass seine Mannschaft durchaus die eine oder andere gute Gelegenheit liegenließ oder die falsche Entscheidungen im letzten Drittel traf. „Wir waren in jeder Phase griffig, wollten Bälle zurückgewinnen nach Ballverlust und haben offensiv viel Druck ausgeübt, auch wenn wir nicht immer in die richtigen Abschlusspositionen gekommen sind.“
Tempo auch nach den Toren
Besonders deutlich wurde die viel besprochene Intensität auch nach den Toren. Denn immer wenn der Ball im Netz lag, eilte ein Kölner hinterher, holte ihn raus und machte das Spiel schnell. Eine Vorgabe, die Co-Trainer Armin Reutershahn der Mannschaft mitgegeben hatte.
„Wir wollen alle anpacken und auf die Kultur achten. Es wird für uns ein großes Thema sein, im Spiel immer den Druck zu halten“, erklärte Wagner den Sinn. Dass der FC genau das umsetzte und „in jeder Sekunde Vollgas“ ging, sei alles, was man in einem solchen Test verlangen könne. „Das haben sie getan, alles andere ist Detailarbeit im Training.“
Kapitän Schwäbe ohne Binde – zum Wohl der Mannschaftskasse
Apropos Detail: Ein solches fiel bereits vor dem Anstoß auf, als nicht etwa der als Kapitän bestätigte Marvin Schwäbe die Mannschaft auf den Platz führte, sondern Alessio Castro-Montes. Nach dem Seitenwechsel übernahm Isak Johannesson. Nicht etwa, weil Wagner seine Kapitäns-Entscheidung nach zwei Tagen wieder revidiert hätte, sondern zum Wohle der Mannschaftskasse. Denn dort müssen die beiden nach ihrem ersten Spiel als Kapitän nun einzahlen.
Sein erstes Spiel überhaupt hätte auch Luka Lochoshvili gerne gemacht, doch der Georgier musste kurzfristig passen. „Er hat schon im Training ein bisschen was in der Hüfte gespürt“, begründete Wagner den Ausfall. Zwar hatte er es beim Aufwärmen noch probiert, letztlich ging man aber auf Nummer sicher. Genau wie bei Ragnar Ache, der nach seiner Muskelverletzung im Saisonendspurt zwar wieder ins Training eingestiegen ist, zunächst aber noch geschont wurde.
Der U-21-Block wird zeitnah kleiner
Weil auch Rav van den Berg, der sich am Mittwoch im Training am Sprunggelenk verletzt hatte, und Julian Pauli (muskuläre Probleme) passen mussten, erhielt U-21-Innenverteidiger Yannick Mausehund als einziger 90 Minuten Spielzeit. Er war einer von sechs Akteuren aus der Zweitvertretung, die auf dem Platz standen. In der neuen Woche dürfte der Bedarf an Spielern zum Auffüllen bei den Profis jedoch wieder sinken.
Zum einen, weil mindestens van den Berg und womöglich auch Pauli schon zurückerwartet werden. Zum anderen, weil mit Gideon Mensah, der noch WM-Urlaub hat, und Reigan Heskey, der den ersten Test von der Tribüne verfolgte, zwei bereits vorgestellte Neuzugänge erstmals dazustoßen werden.
„Dann wird sich natürlich die Gruppe von U-21-Spielern wieder verkleinern“, sagte Wagner. Wer sich womöglich aber doch für weitere Einheiten bei den Profis und das Trainingslager in Kitzbühel empfehlen kann, wolle er mit seinem Team erst zum Wochenstart entscheiden. Am Donnerstag steht in Bergisch Gladbach der zweite Test an, am Freitag reist der FC nach Österreich.

