Gegen den HSV muss Bayer gewinnen, um die minimale Rest-Chance auf Platz 4 zu wahren. Dabei drohen Nathan Tella und Christian Kofane auszufallen – und damit Trainer Kasper Hjulmand das Tempo in der Offensive auszugehen.
Trainer Hjulmand geht das Tempo aus
Nach der ernüchternden 1:3-Niederlage in Stuttgart herrscht bei Bayer 04 Katerstimmung. Der Vizemeister der Vorsaison hat Platz 4 verloren und muss jetzt im Saisonfinale darauf hoffen, dass sowohl der VfB Stuttgart (in Frankfurt) als auch 1899 Hoffenheim (in Gladbach) verlieren, um selbst mit einem Sieg gegen den HSV doch noch an beiden direkten Konkurrenten aufgrund der dann besseren Tordifferenz vorbei- und in die Champions League einziehen zu können.
Trotz nur weniger Ausfälle hat die Personallage einen Haken
Doch so ungünstig die Ausgangslage auch ist, so sehr muss die Werkself darauf bedacht sein, erst einmal ihre Hausaufgaben zu erfüllen. Nicht auszudenken, dass sich Bayer die Chance auf Platz 4 doch noch eröffnet, die Mannschaft diese aber dadurch wegschmeißt, gegen den HSV nicht zu gewinnen. Dies wäre noch mal eine Steigerung des ursprünglichen Leverkusener Horrorszenarios, dass Platz 5 für ein Ticket für die Königsklasse reicht (was zwischenzeitlich möglich war) und Bayer 04 Sechster würde.
Um die Schmach der dann nochmals verschenkten Chance zu vermeiden, muss also ein Dreier gegen den Aufsteiger aus Hamburg her. Wobei die Personalsituation für die Partie trotz relativ kleinen Lazaretts einen kleinen Haken bekommen könnte: So droht neben dem feststehenden Fehlen von Angreifer Martin Terrier (Oberschenkelverletzung) auch der Ausfall von Nathan Tella (muskuläre Probleme) – und nun auch von Christian Kofane.
Der kamerunische Nationalstürmer zog sich in Stuttgart eine Schulterverletzung zu, wurde dort auf dem Platz behandelt und musste später ausgewechselt werden. Sein Einsatz ist ebenso ungewiss wie der von Tella, der bereits in der Schwabenmetropole passen musste. Das Problem daran: Fallen sowohl der flexibel einsetzbare Tella als auch Mittelstürmer Kofane aus, geht Trainer Kasper Hjulmand langsam aber sicher das Tempo in seiner Offensivabteilung flöten.
Tella, zuletzt links offensiv eingesetzt, war dort jüngst gegen Leipzig beim 4:1 durch seine Schnelligkeit und seine Tiefenläufe, von denen Bayer regelmäßig zu wenige verzeichnet, ein entscheidender Faktor. Und auch Kofane, der in Stuttgart nach Tellas Ausfall mit Hilfe einer Systemumstellung vom 3-4-2-1 auf ein 3-4-1-2 in die Startelf rückte, schafft mit seinen dynamischen Läufen auf den Halbschienen immer wieder Tiefe und entsprechende Räume.
Ersatz Poku ist akut weit von seiner Bestform entfernt
Ohne das Duo bliebe Hjulmand nur noch Flügelspieler Ernest Poku als letzter Offensivakteur mit weit überdurchschnittlicher Geschwindigkeit. Allerdings bewegt sich der Niederländer, neben Kofane und Maza einer der Leverkusener Shootingstars der Hinrunde, seit geraumer Zeit weit abseits seiner Bestform, wirkt im offensiven Eins-gegen-eins verunsichert, kann sich kaum durchsetzen. So wird es für Hjulmand womöglich nicht ganz einfach, seine Startelf gegen den HSV so zu besetzen, dass die notwendigen Faktoren wie Speed und Tiefgang in der Offensive zur Genüge repräsentiert sind.

