Das letzte verfügbare Anteilspaket ist verkauft: Die Viessmann Generations Group wird Gesellschafter der FC Bayern München AG. Der Aufsichtsrat wächst damit auch.
Auch Änderung im Aufsichtsrat
Der FC Bayern hat einen weiteren Anteilseigner gefunden. Wie sich schon länger angebahnt hatte, hat die Viessmann Generations Group das letzte verfügbare Anteilspaket an der AG in Höhe von ursprünglich fünf Prozent erworben. Das teilte der deutsche Rekordmeister am Tag nach dem 2:2-Remis gegen den FC Arsenal in der Champions League mit.
Beim FC Bayern e. V., der bislang über 75 Prozent der Anteile verfügte, verbleiben satzungsgemäß 70 Prozent. Weil der Viessmann-Deal im Zuge einer Kapitalerhöhung erfolgt, ergibt der rechnerische Wert der Beteiligung des Münchner Familienunternehmens dann knapp 6,7 Prozent. Weitere Anteilseigner sind Adidas, Allianz und Audi, die statt wie zuletzt 8,33 nun über jeweils etwas weniger als 7,8 Prozent verfügen.
Max Viessmann, Chef des neuen Gesellschafters und aktuell schon Mitglied des Verwaltungsbeirats beim FCB, soll nach Klubangaben Mitglied des Aufsichtsrats der FC Bayern München AG werden, der damit von derzeit neun auf zehn Personen erweitert werden soll. Offiziell tritt die Partnerschaft mit der zeitnahen Eintragung ins Handelsregister in Kraft. Sie könnte den Bayern rund 250 Millionen Euro einbringen.
„Die Viessmann Generations Group steht wie der FC Bayern für Werte wie Tradition, Ambition und Innovation. Wir freuen uns, einen Partner langfristig an unserer Seite zu wissen, den wir bereits viele Jahre kennen – und der unseren starken Gesellschafterkreis um ein familiengeführtes internationales Unternehmen ergänzt, das in Generationen denkt“, wird Bayern-Präsident und -Aufsichtsratschef Herbert Hainer in der Klubmitteilung zitiert. „Dieser Schritt stärkt die Eigentümerstruktur der FC Bayern München AG. Zudem vergrößert eine noch einmal deutlich verbesserte Eigenkapitalbasis die Handlungsspielräume in einer Zeit des permanenten Wandels.“
„Eine Partnerschaft für Generationen“
Die Zusammenarbeit umfasse insbesondere Projekte in den Bereichen Nachhaltigkeit, Internationalisierung und Digitalisierung, wobei die Viessmann Generations Group „die unternehmerische Erfahrung eines weltweit tätigen Familienunternehmens einbringen“ werde, schreibt der FCB.
„Seit 2018 verbindet den FC Bayern und Viessmann eine enge Zusammenarbeit“, erklärt CEO Max Viessmann. „Nun gehen wir den nächsten Schritt und werden Gesellschafter des FC Bayern. Als Familienunternehmen in vierter Generation möchten wir nicht nur Kapital, sondern auch unsere unternehmerische Erfahrung in die Zusammenarbeit einbringen. Wir wollen unseren Beitrag für einen starken FC Bayern leisten – als ein Verein mit eigener Identität, wirtschaftlich unabhängig und nachhaltig erfolgreich. Für uns beginnt heute eine Partnerschaft für Generationen.“
Die Viessmann Generations Group ist in mehr als 40 Ländern aktiv und beschäftigt rund 6000 Mitarbeiter. Ihr Jahresumsatz liegt bei rund zwei Milliarden Euro. Neben den angestammten Geschäften Kühl- und Reinraumlösungen sowie Nah- und Fernwärme kam zuletzt das Stromnetz-Zuliefergeschäft neu hinzu.

