Mal wieder konnte Union aus Dortmund nichts mitnehmen. Zudem scheint der Transfer von Verteidiger Jeremiah St. Juste zu den Eisernen geplatzt zu sein.
Transfer von St. Juste zu Union wohl geplatzt
Für Union Berlin war die Reise nach Dortmund mal wieder nichts wert. Nach dem 0:6 im Februar setzte es nun eine 0:3-Pleite. Zum siebten Mal in Folge fuhren die Eisernen nach einer Begegnung beim BVB mit einer Niederlage zurück in die Hauptstadt – und stellten damit einen Negativrekord auf. Denn bis dato hatten es lediglich die Kickers Offenbach zustande gebracht, sieben Auswärtspartien bei einem anderen Team (Borussia Mönchengladbach) am Stück zu verlieren.
Baumgart: „Nach dem 0:2 war das Spiel gelaufen“
„Wir müssen uns jetzt ganz genau anschauen, wo wir uns noch verbessern können“, sagte Trainer Steffen Baumgart. „Nach dem 0:2 war das Spiel gelaufen. Die Jungs haben es versucht, aber es ist nicht mehr viel geglückt.“ Die Eisernen zeigten in Hälfte eins eine über weite Strecken ordentliche Leistung, kamen aber lediglich durch Andrej Ilic zu einer Chance. Viele Flanken aus dem Halbfeld flogen in den Strafraum, allerdings passte bei den Gästen die Boxbesetzung nicht. „Wir waren manchmal vielleicht etwas zu ungeduldig und haben zu früh geflankt, da hatten wir meist nur einen Angreifer in der Box“, erklärte Kapitän Christopher Trimmel.
Und auf der anderen Seite leisteten sich die Berliner in den entscheidenden Szenen zu viele Aussetzer, so wie beispielsweise Leopold Querfeld und Robert Skov beim ersten Gegentreffer. Das setzte sich nach dem Pausenwechsel fort, gefährlich wurde es aufseiten von Union nur nach Standardsituationen, weil die Dortmunder die vielen langen Bälle resolut wegverteidigten. Es bleibt das Kardinalproblem, dass aus dem zentralen Mittelfeld zu wenig Impulse nach vorne kommen. Noch hat Union Berlin im Spiel nach vorne nicht die richtige Balance gefunden. „Wir wollen uns in dem Bereich weiterentwickeln, dass wir aus den Ballgewinnen offensiv besser umschalten, da fehlt oft noch der ein oder andere Meter“, sagte Trimmel.
Bleibt Diogo Leite jetzt doch?
Auch deshalb wird es spannend zu sehen sein, was am heutigen Deadline Day noch passieren wird. Das Aufgebot ist mit 29 Spielern üppig besetzt, sodass viele Akteure im Kader stehen, die zwar Geld kosten, aber keinen sportlichen Mehrwert einbringen – oder nicht mal im Kader stehen. Zudem steht Innenverteidiger Diogo Leite weiterhin im Schaufenster, der Portugiese möchte die Köpenicker verlassen. Eine ordentliche Ablösesumme im Bereich um die zehn Millionen würde Union lediglich kassieren, wenn sie den Portugiesen nun noch verkauft bekämen. Mit einem Wechsel hatten zumindest alle gerechnet.
Genau wie mit der Verpflichtung von Jeremiah St. Juste von Sporting Lissabon. Union hatte mit dem portugiesischen Top-Verein mit einem Angebot über insgesamt drei Millionen Euro eine Einigung erzielt. Der Deal befand sich, wie bereits berichtet, auf der Zielgeraden. Der Verteidiger stand gegen Porto am Wochenende schon gar nicht mehr im Aufgebot. Allerdings will die portugiesische Sportzeitung „A Bola“ nun erfahren haben, dass sich Union und St. Juste wegen des Gehalts nicht einig werden konnten und ein Wechsel deswegen nicht mehr zustande komme. So könnte es sein, dass sich die Hauptstädter doch nochmals anders umgucken müssen. Oder dass Leite gar noch weiter in Berlin bleibt? Der Deadline Day wird die Antworten liefern.

