Dass der Abgang von Jung-Nationalspieler Mika Baur kaum gleichwertig zu ersetzen ist, war den Machern dem SC Paderborn 07 klar. Aber es gibt Alternativen, die sich bislang jedoch unterschiedlich in ihrer neuen Umgebung einfinden.
Schwierigkeiten im Spielaufbau
Als Mika Baur am vergangenen Donnerstag mit seiner Einwechslung gegen Serbien (2:0) zum 1000. Nationalspieler der deutschen Länderspielgeschichte wurde, mag sich in Paderborn in den Stolz auch ein bisschen Wehmut gemischt haben. Der im Sommer zu Celtic Glasgow gewechselte 22-Jährige wird beim Aufsteiger als wichtige Figur für das Aufbauspiel und Schütze vieler Standards vermisst. Dass Baur (2025/26 mit 33 Zweitligaspielen und vier Toren für den SCP07) nicht eins zu eins zu ersetzen sein würde, war den Machern klar. Für den Weg nach vorn, um gefährlich vor das gegnerische Tor zu kommen, verfügen die Ostwestfalen über mehrere Kandidaten für eine führende Rolle.
Mitte August hatte der Klub wenige Tage nach dem Abgang des einstigen Juniorennationalspielers knapp die Hälfte der erhaltenen Baur-Ablöse (gut sechs Millionen Euro) in Gabriel Vidovic investiert. Der Rekordtransfer von Dinamo Zagreb mit Ausbildung beim FC Bayern fügte sich in seinem ersten Pflichtspiel gut ein, allerdings „nur“ im Pokal gegen Viertligist Phönix Lübeck mit einem Premierentor beim 4:2-Sieg.
In der Bundesliga ist Vidovics Bilanz bisher durchwachsen, sein kicker-Notenschnitt von 4,38 ist aktuell der schlechteste unter allen Paderbornern mit vier Spielen, bei nur einem einzigen Torschuss und zwei Torschussvorlagen. Auffällig aber ist grundsätzlich seine enge, geschmeidige Ballführung im Dribbling (55 Prozent erfolgreich) und die starke Passquote von 90 Prozent – Anzeichen, dass der kroatische Ex-Juniorennationalspieler in Zukunft den entscheidenden Input liefern kann.
Vorletzter Pass, Torvorlage: Vidovics Pendant ist schon besser drin
Etwas besser drin ist bereits Laurin Ulrich, der zuletzt beim 3:1-Sieg gegen Hoffenheim zu einem wesentlichen Faktor im Team von Trainer Ralf Kettemann avancierte: Aggressiv im Pressing zeigte er sich da, am Ball mit intelligenten Aktionen als Triebfeder mit dem vorletzten Pass, etwa beim entscheidenden dritten Treffer. Die Stuttgart-Leihgabe, in der Formation hinter den Spitzen zuletzt rechtes Pendant zu Vidovic im 3-3-2-2 der Paderborner, zeigte zudem gerade in seinen ersten Einwechslungen für die deutsche U 21 ordentliche Ansätze, etwa per Torvorlage per Eckball beim 4:1 auf Malta.
Weniger positive internationale Eindrücke gewann unterdessen Luka Duric, der bislang als designierter Verbindungsspieler in Paderborn noch keine wirkliche Rolle spielt. Auch bei der bosnischen Nationalelf wartete der 23-Jährige bei den jüngsten drei Nations-League-Spielen vergeblich auf einen Einsatz. Nächste Chance vielleicht am Montag gegen Polen.

