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Saibari kommt vor dem heißen Oktober in Form

50 Millionen Euro investierte der FC Bayern in Marokkos WM-Star Ismael Saibari. Der 25-Jährige startete das neue Karriere-Kapitel mit dem Handicap einer Verletzung. Nun kommt er in Fahrt und gibt der Offensive des Rekordmeisters mehr Variabilität.

Erstes Tor und vierter Scorerpunkt

Freude und Erleichterung waren Ismael Saibari anzusehen, als er am Freitagabend sehenswert das 5:0 gegen Union Berlin erzielt hatte. Endlich, wird sich der 25-Jährige gedacht haben, als Neuzugang will er schließlich Eindruck hinterlassen und sich empfehlen. Gekonnt nahm er einen Pass von Alphonso Davies auf, drehte auf, entwischte damit drei Gegenspielern und ließ frei vor dem Tor Union-Keeper Frederik Rönnow keine Chance. Kann man so machen und lässt im Bayern-Lager die Erwartung steigen, dass da bald mehr kommt. Einen möglichen zweiten Treffer verhinderte ein nicht geahndetes Handspiel von Union-Verteidiger Tom Rothe vor der Torlinie.

Beim WM-Achtelfinalsieg der Marokkaner gegen Kanada hatte sich Saibari einen Muskelfaserriss zugezogen, verpasste das Viertelfinale und stieg beim FC Bayern verspätet in die Vorbereitung ein. Zwar setzte Trainer Vincent Kompany den Offensivspieler in allen Pflichtspielen in dieser Saison ein, allerdings noch nie über 90 Minuten. Inklusive Supercup stehen vier Einwechslungen und drei Auswechslungen in Saibaris Statistik.

Bei der WM glänzte er als falscher Neuner, wirkte spritzig, gedankenschnell und wuchtig. Das erste Element konnte Saibari in seinen ersten Münchner Wochen nachvollziehbar nicht einbringen, nun zeigte die Formkurve nach oben. Und die rohen Zahlen stimmen ohnehin: Zwei Assists zum Auftakt gegen den VfB Stuttgart (5:1) fügte er in der Vorwoche einen in Elversberg (2:1) hinzu, nun das erste Tor. Vier Scorerpunkte können sich in Relation zur Einsatzzeit sehen lassen.

Back-up sowie eine Option auf der Zehn

Wo und wie Saibari im Star-Ensemble seinen Platz findet, bleibt einstweilen offen. Bei der PSV Eindhoven agierte er im 4-3-3 oft im halblinken Mittelfeld, für Marokko ganz vorne, die Münchner sehen in ihm einen Zentrumsspieler, der Harry Kane Verschnaufpausen geben kann; auch auf der Zehn kann er effektiv sein.

Sowohl in Elversberg als Startelfspieler als auch als Joker gegen Union kam Saibari jedoch über den linken Flügel. Die Frage, ob die Münchner im Winter einen Back-up für den aktuell seine Form suchenden Luis Diaz verpflichten, konterte Sportvorstand Max Eberl nach dem 7:0: „Von wo hat Isi heute sein Tor geschossen?“ Richtig, Linksaußen. Während Diaz auf eigenen Wunsch auf die Länderspiele verzichten darf, stattdessen Urlaub gewährt bekommen hat und dann an seiner Form arbeiten soll, reist Saibari nach Marokko, die Qualifikation für den Afrika-Cup steht an. In seinem Fall sinnvoll, um weiter Spielpraxis und Rhythmus zu sammeln.

Der Oktober hat es für die Münchner schließlich in sich mit sieben teils hochkarätigen Spielen in drei Wettbewerben. Ein starker Saibari als Mann für drei Offensivpositionen kann dabei nicht schaden.

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