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Rolfes erklärt die „bisschen überraschende Lösung“ Martinez

Carles Martinez sagt bei seiner Vorstellung in Leverkusen, er sei „schon immer sehr mutig“ gewesen. Auch nach seinem Ende in Toulouse wird der neue Trainer gefragt – und nach Kennet Eichhorn.

Spanier stellt sich als „schon immer mutig“ vor

Viel Zeit zum Ankommen war noch nicht für Carles Martinez. „Das Wichtigste für mich ist gerade: zuhören“, sagt der 42-Jährige bei seiner Antritts-Pressekonferenz am Freitag. Tags zuvor hatte Bayer 04 Leverkusen ihn als neuen Cheftrainer präsentiert.

Der Katalane Martinez, gekommen aus Frankreich und schon tätig in Kuwait und Katar, beantwortet die Fragen in Leverkusen auf Englisch. „Ich bin hier in Leverkusen, um zu wachsen“, sagt er etwa. Und: „Ich will hier nicht sitzen und sagen, dass mein Team das beste Team sein wird.“

Mit großen Ankündigungen hält sich Martinez also zurück, aber als kleinlaut lässt sich der Auftritt ebensowenig beschreiben. Er sei „schon immer sehr mutig“ gewesen, charakterisiert er sich selbst. „Jetzt bin ich hier in Leverkusen und will dieses Projekt angehen.“

Nach den drei Jahren beim FC Toulouse habe Martinez das Gefühl gehabt, dass es „für mich gereicht hat“. Er habe den nächsten Schritt machen wollen. Mit seiner Art und seiner Leidenschaft passe er hervorragend nach Leverkusen, sagt Sport-Geschäftsführer Simon Rolfes und lächelt dabei.

Martinez bringe den „Mut“ mit, junge Spieler einzusetzen

Auch wenn Bayer lange Zeit andere 1A-Kandidaten priorisiert hatte, gibt sich Rolfes zufrieden mit der Wahl. Zwar sei es eine „am Anfang ein bisschen überraschende Lösung“, doch: „Wenn man sich Carles‘ Vita und Bayer 04 anschaut, sieht man die Gemeinsamkeiten.“ Ein „Gespür für französische Spieler“ im Kader zum Beispiel, blickt Rolfes auf Loic Badé, Axel Tape, Martin Terrier und Jeanuel Belocian.

Nicht zuletzt wäre da noch die Entwicklung junger Spieler, die in der Leverkusener DNA verankert und wichtig sei, „um große Erfolge zu erzielen“. Martinez bringe den „Mut“ mit, Talente einzusetzen. Jener Aspekt habe bei der Betrachtung der Frage, mit welchem Trainer sie in die Saison gehen wollen, eine große Rolle gespielt. Dem bisherigen Amtsinhaber Kasper Hjulmand trauten die Verantwortlichen ebenjene Entwicklung der jungen Spieler offensichtlich nicht im gleichen Maße zu.

Martinez will verständlicherweise nicht über den auch von Leverkusen umworbenen Kennet Eichhorn sprechen, zuckt stattdessen grinsend mit den Schultern und sagt: „Ich bin gerade erst hier angekommen.“ Ähnlich handhabt er es auch auf Nachfrage mit seiner neuen Mannschaft. Er habe jede Menge Ideen, wolle sie aber erst mit den Spielern teilen. Seinen langjährigen Co-Trainer Pol Garcia (34) bringt der Chef aus Toulouse mit, mehr gibt er noch nicht zum neuen Trainerteam preis.

„Meine Frau sagt mir immer: Das Einzige, was ich kann, ist, Trainer zu sein.“ (Carles Martinez lächelnd)

Für ihn sei dieser Job eine „große Ehre“, schließlich sei Leverkusen „für uns Spanier ein Verein, den wir viel verfolgen“. Angesichts von CEO Fernando Carro, Meistertrainer Xabi Alonso und Schlüsselspieler Alejandro Grimaldo ist das kein Wunder.

Und dann erzählt Martinez, der seine Antworten sehr gern mit „ehrlich gesagt“ beginnt, grinsend ein Detail aus seinem Privatleben. „Ich bin jetzt seit 15 Jahren Trainer. Meine Frau sagt mir immer: ‚Das Einzige, was du kannst, ist, Trainer zu sein.'“

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