Nach dem Gewinn der 35. Deutschen Meisterschaft schwärmte Herbert Hainer von der Mannschaft des FC Bayern München und sang eine Lobeshymne auf Trainer Vincent Kompany. Gleichzeitig nahm der Bayern-Präsident den Titel zum Anlass, den Hunger nach weiteren Trophäen zu erwähnen.
Kompany ist „ein Glücksgriff“
Die 35. Deutsche Meisterschaft des FC Bayern München war in dieser Saison nur eine Frage der Zeit, durch den 4:2-Sieg gegen den VfB Stuttgart konnte der Rekordmeister den Titel nun eintüten. Nach dem Spiel gegen die Schwaben, bei dem die Münchner ihren eigenen Tor-Rekord ausbauten und ihre Dominanz abermals untermauerten, kam Vereinspräsident Herbert Hainer ins Schwärmen.
„Wenn man die gesamte Saison anguckt, dann ist es nicht nur ein verdienter Sieg und eine verdiente Meisterschaft“, befand der 71-Jährige bei DAZN und zeigte sich begeistert von der Spielweise seiner Bayern. „Die Mannschaft ist so dominant, hat aber auch so eine Spielfreude und hört nie auf. Das hat man an vielen Ergebnissen gesehen. Bis zur letzten Minute, selbst wenn wir 5:0 führen, wie zum Beispiel bei St. Pauli, dann wollen die noch das Sechste. Und das hat man heute auch wieder gesehen. Das macht unheimlich Spaß.“
109 Tore haben die Münchner alleine in der Bundesliga erzielt, in der Champions League hat die Mannschaft von Trainer Vincent Kompany in zwölf Spielen bereits deren 38 erzielt. Auf ebenjenen Kompany, der in seiner zweiten Saison in München eine der besten wenn nicht die aktuell beste Mannschaft der Welt geformt hat, sang Hainer eine Lobeshymne.
Hainer schwärmt von Kompany: „Ein Glücksgriff“
„Ein ganz großes Kompliment geht natürlich an den Trainer. Vincent Kompany ist ein Glücksgriff und er macht es unheimlich gut“, schwärmte der Bayern-Präsident. „Es ist nicht nur die Art und Weise, wie wir spielen, sondern auch, wie er den Spielern die Spielfreude gibt. Wir haben ja 22, 23 Spieler, die alle mal spielen wollen, die rotiert er durch, denen gibt er allen das Gefühl, dass sie dazugehören.“
Die große Kunst, einen derart großen Kader moderieren zu können, habe Kompany gegen den VfB einmal mehr unter Beweis gestellt, als beispielsweise die beiden Top-Scorer Harry Kane und Michael Olise zunächst nur auf der Bank saßen. „Das sieht man auch heute wieder. Jetzt sage ich beinahe der zweite Anzug – wie der gespielt hat, das macht unheimlich viel aus“, so Hainer, dem an Kompany auch dessen Persönlichkeit imponiert. „Ich bin der Meinung, dass er auch dem Verein unheimlich guttut durch seine Art und Weise, er ist ruhig, sehr faktenorientiert.“ Die „tolle Saison“ freue ihn „als Präsident unheimlich“.
Bei all den Lobpreisungen vergaß Hainer derweil nicht, den Blick in die Zukunft zu richten – und auch die Titelchancen der Münchner Frauen zu erwähnen, die in der Bundesliga ähnlich dominant ihre Kreise an der Spitze ziehen, auch im Halbfinale der Champions League stehen und – anders als die Männer, die am Mittwoch (20.45 Uhr, LIVE! bei kicker) das Pokal-Halbfinale bei Bayer Leverkusen vor der Brust haben – bereits im Finale des DFB-Pokals stehen. „
„Es ist nicht – hoffentlich nicht – der letzte Titel“, ist sich Hainer weiterer Trophäen in der laufenden Saison sicher. „Denn definitiv gewinnen wir auch mit den Frauen die vierte deutsche Meisterschaft hintereinander, sind im Pokalendspiel mit den Frauen. Und ich hoffe jetzt, dass wir am Mittwoch alles klarmachen, um dann mit den Männern nach Berlin zu fahren.“
Seine Zuversicht dahingehend schöpft Hainer natürlich aus den bisherigen Auftritten der Bayern in der laufenden Saison. „Ich meine, eine Meisterschaft so zu spielen und vier Spieltage vor Schluss dann mit 15 Punkten Vorsprung die Meisterschaft zu gewinnen, das gibt natürlich Mut, es gibt Selbstbewusstsein, überhaupt keine Frage.“ Zwar werde die Partie bei der Werkself „sicherlich kein einfaches Spiel“, doch Hainer ist „relativ optimistisch, dass wir dann nach Berlin fahren“.
Im Halbfinale der Champions League, in dem die Münchner auf Titelverteidiger Paris St. Germain treffen, sieht Hainer ein ausgeglichenes Duell. „Ich würde sagen, die Chancen stehen 50:50, aber ich habe unheimliches Vertrauen in unsere Mannschaft“, so Hainer, der an den 2:1-Achtungserfolg in der Ligaphase Anfang November erinnert. „Wir haben letztes Jahr im Herbst in Paris bewiesen, dass wir sie auch schlagen können. Also schauen wir mal.“

