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Polzins Not-Plan für den HSV

Der sportliche Trend mit nur einem Sieg aus neun Spielen ist besorgniserregend, die Personallage ebenso. Den Hamburger SV plagen vor dem Heimspiel gegen Hoffenheim große Sorgen.

Personalmisere spitzt sich zu – Kampf um Otele

Die Lage ist jetzt schon ernst und könnte bei Anpfiff des Spiels gegen Hoffenheim noch deutlich zugespitzter sein. Um 18.30 Uhr empfangen die Hamburger am Samstag den Champions-League-Anwärter aus dem Kraichgau, dann haben die direkten Konkurrenten St. Pauli (in Heidenheim) und Wolfsburg (gegen Mönchengladbach) ihre Wochenend-Aufgaben schon erledigt. Das bedeutet: Der Vorsprung auf den Relegationsrang könnte dann auf zwei und der auf den ersten direkten Abstiegsplatz auf vier Punkte zusammengeschmolzen sein. Merlin Polzins Rezept klingt so einfach und ist doch so schwierig: „Wir fokussieren uns auf die Dinge, auf die wir Einfluss und Kontrolle haben.“

Bei Lokonga besteht Hoffnung auf ein Kader-Comeback

Deutlich weniger Einfluss als üblich hat der Aufstiegstrainer derzeit auf die Aufstellung seiner Mannschaft. Luka Vuskovic (Knieprellung), Miro Muheim (Syndesmoseverletzung), Yussuf Poulsen (Aufbautraining) und Philip Otele (Rotsperre) fallen sicher aus, hinter Jean-Luc Dompé (nach Infekt) und Albert Sambi Lokonga (Oberschenkelprobleme) stehen neben dem seit Monaten fehlendem Alexander Rössing-Lelesiit dicke Fragezeichen. In der Startelf, das ist klar, wird am Samstagabend keiner von den genannten Profis stehen, und eine derartige Vielzahl von potenziellen Stammspieler, das zeigte sich schon in Bremen (1:3), wo Muheim noch mit von der Partie war, kann der Aufsteiger nicht gleichwertig ersetzen.

Polzin weiß das natürlich und versucht dennoch, bevorzugt über jene Spieler zu sprechen, die er augenblicklich hat, und nicht über jene, die fehlen. Nach knapp einer halben Stunde auf der Pressekonferenz am Donnerstag und einer weiteren Nachfrage zu Vuskovic wies der 35-Jährige darauf nochmal mit Nachdruck hin: „Wir haben jetzt genug über Luka geredet, denn er spielt nicht.“

Nur, wann spielt er wieder? Sportdirektor Claus Costa hatte zum Wochenanfang erklärt, dass er hoffe, „dass Luka in dieser Saison noch für uns spielt.“ Das klingt nicht danach, als stünde die Rückkehr unmittelbar bevor, und auch Polzin sagt: „Es ist durch die Einblutung noch ein Schmerz da, und natürlich ist es eine Veränderung, wenn ein absoluter Top-Spieler nicht dabei ist.“ Erst Recht, wenn er nicht der einzige Fehlende ist. Bei Sambi Lokonga hofft er immerhin auf ein Kader-Comeback gegen die Kraichgauer und fordert: „Es gilt, Lösungen zu finden und nicht zu trauern.“

Wird Oteles Sperre verkürzt?

Zur Lösungssuche im Fall Otele gehört auch eine Reise zum DFB-Sportgericht nach Frankfurt am Freitag. Die Basel-Leihgabe war nach seiner Roten Karte in Bremen für zwei Spiele gesperrt worden, der HSV hat Einspruch eingelegt. Polzin setzt in der mündlichen Verhandlung auf den Fakt, dass Schiedsrichter Florian Exner, der den Platzverweis erst nach VAR-Hinweis verhängte, am Wochenende gesagt hätte, es sei nicht die klarste Rote Karte.

„Wir hatten mit dem Schiedsrichter noch am Samstag einen sehr sachlichen Austausch, er hat selbst gesagt, dass es definitiv eine sehr harte Entscheidung war, die man auch anders hätte treffen können“, erklärt der Coach und fügt an: „Daher vertraue ich auf eine Lösung, die passend ist. Und ich glaube nicht, dass es passend wäre, einen Spieler zwei Spiele zu sperren, nachdem selbst der Schiedsrichter die Entscheidung zum Thema gemacht hat.“

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