Paderborn wartet weiter auf das erste Saisontor – und den ersten Sieg. Beim 0:1 gegen Freiburg zeigte der Aufsteiger allerdings, dass er langsam in der Bundesliga ankommt. Die jüngsten Top-Verpflichtungen zündeten bei ihrem ersten gemeinsamen Auftritt noch nicht, während sich Konkurrenz für das Trio bereits anmeldet.
Noch immer ohne Tor
Dass die neue Liga seiner Mannschaft nicht unendlich Zeit geben würde, wusste Ralf Kettemann ja. „Wir sind eine junge Gruppe von Menschen, die schnell lernen muss“, betonte Paderborns Trainer erneut bei seiner Analyse der 0:1-Niederlage im ersten Heimspiel gegen den SC Freiburg. So gesehen waren die 90 Minuten in Ordnung: Nach einer ersten Halbzeit, in der es gegen einen aggressiven Gegner zunächst darum ging, sich im Spiel zu halten, legte der SCP07 nach dem Seitenwechsel den Schalter um.
„Wir haben Dinge in der zweiten Halbzeit wirklich sehr gut umgesetzt und gesehen, dass wir es schaffen, gegen eine in ihren Abläufen herausragende Mannschaft Chancen zu erspielen“, resümierte Kettemann und erntete Zustimmung von seinem Freiburger Gegenüber Julian Schuster, der sich glücklich zeigte über den Sieg gegen einen Gegner, „der mit dieser Art zu spielen sicher zu Hause Punkte einfahren wird“.
Zweiter Durchgang mit Überzeugung und Leidenschaft
Denn die Überzeugung, die bei der Premiere eine Woche zuvor in Mainz (0:0) noch auf dem Weg nach vorne gefehlt hatte, kam auf Paderborner Seite diesmal im zweiten Durchgang dazu. Ebenso die vor eigenem Publikum oft schon hilfreiche Leidenschaft, auf die auch Sport-Geschäftsführer Sebastian Lange verwies. Dafür sorgten allerdings weniger die, die für mehr Gefährlichkeit in der gegnerischen Hälfte stehen sollen.
„Das Ergebnis ist bitter für uns und tut auch weh“ (Ralf Kettemann)
Die Frage, wer das erste Saisontor des Aufsteigers erzielt, bleibt offen. Die Topverpflichtungen zündeten beim ersten gemeinsamen Auftritt noch nicht. Gabriel Vidovic gefiel durch einige filigrane Soli, nicht aber mit dem Zug zum Tor. Den zeigte am ehesten noch Marvin Pieringer, der mit seiner Großchance zum 1:1 in der 51. Minute an Gästekeeper Mio Backhaus scheiterte.
Und Last-Minute-Einkauf Rayan Philippe? „Einen Abschluss hat er gehabt, er ist ein bisschen abgerutscht“, bilanzierte Lange, der das Warten auf das erste Tor der Saison aber nicht mit den drei Stareinkäufen verknüpft. „Wir brauchen alle Spieler, vor allem vorne“, so Lange, der auf den hohen Konkurrenzkampf in der Offensive setzt, in den etwa auch Steffen Tigges mit einem beherzten Auftritt nach seiner Einwechslung eingreift.
„Das Ergebnis ist bitter für uns und tut auch weh“, klagte Coach Kettemann, verwies aber auf einige Hoffnungsschimmer aus diesem ersten Heimspiel: Die Spielleistung in Summe und auf die Lernkurve seines Teams. Vielleicht ein Ansatz für die nächste Woche. Die Liga wartet nicht, sie fordert die Paderborner weiter bis ans Limit. Wohl schon am nächsten Samstag, dann bei einer der größten Herausforderungen der Spielzeit, dem Westfalenduell in Dortmund.

