1:1 am Dienstag beim FC St. Pauli, 1:2 beim nächsten Kellerkind Mainz. Die Leipziger Woche war keine gute – entsprechend deutlich wurden die Protagonisten.
Raum hat „keine Lust“ auf Elfmeter-Diskussion
In der 40. Minute schien sich der Tag für RB Leipzig in die richtigen Bahnen zu drehen. Gerade hatte Conrad Harder seinen zweiten Bundesliga-Treffer im 17. Spiel erzielt und somit die Rolle des gelbgesperrten Top-Scorers Christoph Baumgartner eingenommen. Weil aber Mainz mit einem Elfmeter vor und einem Silas-Solo nach der Pause die Partie drehte, gab es nach Abpfiff deutliche Worte.
„Es war mit Abstand unser schlechtestes Spiel in der Saison“, resümierte Willi Orban nach dem 1:2 gegen das Kellerkind, das zuvor in der Fremde in neun Partien erst sechs Punkte gesammelt hatte. „Wir haben einfach zu viel vermissen lassen, sind nicht an unser Leistungsmaximum gekommen. Deswegen muss man sagen, unterm Strich eine verdiente Niederlage.“
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Werner sieht nur „zehn vernünftige Minuten“
Auch sein Trainer sah das am Sky-Mikrofon so und bemängelte zudem, dass sein Team „auch mit Ball viel zu langsam, viel zu behäbig“ war. „Wir haben zehn vernünftige Minuten in der ersten Halbzeit gespielt.“ Rumms.
Diese vernünftigen Minuten waren rund um Harders Führungstreffer, vor allem davor tat sich der Favorit gegen den Underdog schwer. Die Mainzer boten in der Defensive wenig an und wurden offensiv zudem immer wieder vorstellig. In der guten Phase hätte RB nach Werners Ansicht zwar „nachlegen können, aber das reicht nicht, um eine erfahrene Mannschaft vor Probleme zu stellen“.
Raum und die Elfmeter
Und schon gar nicht, wenn diese Mannschaft noch vor der Pause per Elfmeter zurückschlägt. Ausgerechnet David Raum war wieder beteiligt. „Ich habe in meiner ganzen Karriere noch keinen Elfmeter verursacht, jetzt zwei in zwei aufeinanderfolgenden Spielen“, blickte der RB-Kapitän, der schon vor dem 1:1 beim FC St. Pauli einen Strafstoß verschuldet hatte, auf die Szene vor der Pause.
Raum wollte im Strafraum zum Ball, der vor ihm platzierte Gegenspieler Philipp Tietz ebenso. Der Mainzer hatte den Fuß davor, es kam zum Kontakt, Schiedsrichter Daniel Schlager zeigte schnell auf den Punkt. „Ich habe gesagt, er soll es sich bitte anschauen. Im Mittelfeld kann es sein, dass ich einen Freistoß bekomme“, schilderte Raum seine Konversation mit dem Referee.
„Da haben wir wahrscheinlich schon ein bisschen Glück. Den gibt man jetzt nicht unbedingt in zehn von zehn Fällen“, bewertete der Mainzer Sportdirektor Niko Bungert die Szene in der Nachspielzeit der ersten Hälfte. Raum wollte dem Unparteiischen „keinen Vorwurf“ machen. „Hätte er es sich angeschaut, wäre ich vielleicht froh gewesen“, führte der 27-Jährige weiter aus. Schlager sah sich die Situation aber nicht noch einmal an, der Pfiff blieb bestehen. „Der Schiedsrichter meinte ‚ja‘ und das ist alles, was zählt“, schloss Raum bei Sky das Thema ab. „Ich habe keine Lust mehr zu diskutieren. Für mich ist das abgehakt.“
Anders als unter der Woche blieb diesmal den Leipzigern noch genug Zeit, zurückzuschlagen, das sah auch Raum so: „Trotzdem steht es eigentlich 0:0 zur Halbzeit und trotzdem müssen wir das Spiel gewinnen. Deswegen brauchen wir nicht über den Elfmeter reden.“
Raum rüttelt wach
In die zweite Hälfte kam dann Mainz besser rein und drehte die Partie nach einem Solo von Silas, der weder von Orban, noch von Ridle Baku und auch nicht von El Chadaille Bitshiabu gestoppt werden konnte. Und so waren die Leipziger nach der Partie „alle gerade ein bisschen sauer, wie es gelaufen ist“, verriet Raum. Denn: „Die Woche ist nicht so gelaufen, wie wir wollten. Wir müssen schauen, dass wir Sachen ansprechen. Dass wir aufwachen, dass wir wieder klarer werden und dann auch Spiele gewinnen.“
Am besten schon am nächsten Wochenende in Köln. Denn nach Hoffenheims 3:1 gegen Union ist der Rückstand auf die drittplatzierte TSG schon auf sechs Punkte angewachsen – zudem spüren die Sachsen den Atem der Konkurrenz immer deutlicher.

