In der Schlussphase des Duells zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Dortmund sorgte ein Handspiel im Strafraum für ordentlich Wirbel. Nun stellt die Sportliche Leitung der DFB-Schiedsrichter klar: Der Aufsteiger hätte einen Handelfmeter bekommen müssen.
„Intervention wäre angebracht gewesen“
Zweimal meldete sich Video-Schiedsrichter Benjamin Cortus am Samstagabend während der Partie Köln-Dortmund (1:2) bei Daniel Siebert, zweimal korrigierte der Unparteiische in Köln-Müngersdorf seine Entscheidungen korrekterweise. Jahmai Simpson-Puseys Foul an Maximilian Beier in der Nachspielzeit der ersten Hälfte wurde so mit einem Feldverweis geahndet, der Strafstoß nach einem Kontakt an FC-Verteidiger Cenk Özkacar Mitte der zweiten Hälfte im Kölner Strafraum an BVB-Stürmer Fabio Silva zurückgenommen.
„Da es sich um ein gesundheitsgefährdendes Foulspiel handelte, das auf dem Spielfeld jedoch nur mit einer Verwarnung geahndet wurde, empfahl der Video-Assistent dem Schiedsrichter zu Recht ein On-Field-Review“, urteilte nun auf kicker-Anfrage die Sportliche Leitung der DFB Schiri GmbH über die Rote Karte. Und stellte mit Blick auf Özkacars Einsteigen gegen Fabio Silva klar: „In der Wahrnehmung des Schiedsrichters verfehlte der Kölner den Ball und traf den Dortmunder am Fuß, deshalb entschied er auf Strafstoß. Die Überprüfung der Entscheidung durch den VAR ergab jedoch, dass Özkacar zuerst den Ball gespielt hatte.“
Eindeutiges Urteil der Schiedsrichter-Chefs
Zwei korrekte Korrekturen, die jedoch in der Nachspielzeit der zweiten Hälfte von einer groben Fehlentscheidung überschattet wurden. Denn sowohl Siebert als auch Cortus übersahen da, dass nach einer Flanke von Özkacar in Richtung des zweiten Pfostens der Ball die Hand des eingewechselten Dortmundes Yan Couto berührte. Kölns Linton Maina kam zwar noch zum Abschluss, traf allerdings aus extrem spitzem Winkel nur noch BVB-Keeper Kobel.
„Nach Ansicht des Video-Assistenten war die Armhaltung von Yan Couto im Sprung natürlich, auch wenn er den Ball mit dem Kopf verfehlte. Deshalb sah er von einer Intervention ab“, schildert die Schiri GmbH den Ablauf. Siebert ging so kein drittes Mal zum Bildschirm, der mit Schwung in der Schlussphase drängende FC dafür als Verlierer vom Platz – hätte allerdings nach Ansicht der Sportlichen Leitung der Schiedsrichter einen Strafstoß bekommen müssen. Denn Yan Couto sei zwar durch den Kölner Marius Bülter in seiner Orientierung eingeschränkt gewesen, die Flugkurve des Flankenballs aber „erwartbar“ gewesen. Außerdem sei sein „Arm vom Körper abgespreizt“ gewesen.
Das eindeutige Urteil der Schiri-Chefs: „Deshalb spricht aus unserer Sicht so deutlich mehr für eine Bewertung des Handspiels als strafbar, dass eine Intervention des VAR angebracht gewesen wäre.“ Der ausgebliebene Elfmeterpfiff war demnach eine Fehlentscheidung, die dem Aufsteiger im Kampf um den Klassenerhalt zumindest eine große Chance auf einen späten Ausgleich in der turbulenten Partie verwehrte.

