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Nach Aktion vor Gladbach-Elfmeter: Hamann fordert Sperre für Amiri

Eine Szene vor Gladbachs erstem Elfmeter gegen Mainz sorgt für Aufregung. Didi Hamann fordert sogar eine nachträgliche Sperre für Nadiem Amiri.

„Da schauen Kinder zu“

Nadiem Amiri hat mit einer Aktion beim 4:3-Sieg des 1. FSV Mainz 05 bei Borussia Mönchengladbach am Samstagnachmittag den Zorn von Sky-Experte Didi Hamann auf sich gezogen. Kameras fingen ein, wie der Nationalspieler vor dem ersten Elfmeter der Hausherren im Vorbeigehen den Elfmeterpunkt mit seinen Stollen malträtiert. Im Anschluss verschoss Kevin Diks.

„Ein Spiel Sperre“ forderte Hamann in der Sendung „Alle Spiele, Alle Tore“. „Den würde ich aus dem Verkehr ziehen. Er ist Nationalspieler geworden, hat großen Wert für die Mannschaft. Aber wir müssen diese Sachen aus dem Sport bringen. Da schauen Kinder zu, so was macht man nicht. Das ist nicht im ‚Spirit of the Game'“, verstoße also gegen den Geist des Spiels.

„Grenze weit überschritten“

Schiedsrichter Robert Hartmann, der Gladbach den Handelfmeter zuvor erst nach VAR-Prüfung zugesprochen hatte, hatte Amiris Aktion auf dem Platz offenkundig nicht mitbekommen, auch von Gladbacher Beschwerden war diesbezüglich nichts zu sehen. Tatsächlich hatte der 29-Jährige fast beiläufig seine Stollen über den Elfmeterpunkt gezogen, also nicht auf ihn eingetreten, wie es etwa Paraguays Gustavo Velazquez im WM-Achtelfinale gegen Frankreich getan hatte (0:1).

Für Hamann war Amiris Störversuch dennoch „grob unsportlich. Man kann immer versuchen, einen Vorteil für sich rauszuholen. Aber das hat alles Grenzen, und die Grenze wurde dort weit überschritten.“

Die Szene stand auch deswegen im Fokus, weil Diks, wie von Amiri erhofft, vom Punkt scheiterte – er setzte den Ball an den rechten Pfosten (57.). Gladbachs Innenverteidiger vergab damit im fünften Anlauf erstmals einen Elfmeter in der Bundesliga. Zwar glichen die Fohlen nur zwei Minuten später dennoch aus, gingen im ersten Spiel nach der Trennung von Trainer Eugen Polanski am Ende aber trotzdem als Verlierer vom Platz.

Nach Treffern von Eric Martel (78.) und Danny da Costa (89.) verkürzte Shuto Machino tief in der Nachspielzeit nur noch zum 3:4-Endstand – per Handelfmeter. Amiri war wenige Minuten vorher ausgewechselt worden.

Der Spielmacher, der am vergangenen Spieltag gegen Eintracht Frankfurt selbst einen Elfmeter vergeben hatte und nach vier Spieltagen noch ohne Scorerpunkt ist, reist am Montag zur deutschen Nationalmannschaft nach Herzogenaurach. Bundestrainer Jürgen Klopp berief ihn in den ersten seiner beiden Kader für die anstehenden Nations-League-Spiele.

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