Laut Bild spricht die Liga über ein Milliarden-Darlehen mit einem US-Anbieter. Die Gespräche befinden sich allerdings noch in einem sehr frühen Stadium, zumal die Initiative von außen kam. Der kicker nennt weitere Details.
Bayern-Boss musste Treffen absagen – Gespräche über Kreditline
Steht die Bundesliga zwei bzw. drei Jahre nach zwei gescheiterten Investoren-Einstiegen nun vor einem Milliarden-Kredit? Die Bild hatte über Gespräche berichtet zwischen Liga-Vertretern und dem US-Riesen Apollo über ein Darlehen in Höhe von mindestens einer Milliarde Euro über 20 Jahre, verzinst mit 5,5 Prozent. Die Liga bestätigt einen Austausch zu einem Fremdkapital-Modell, nach kicker-Informationen stellen sich die Umrisse allerdings ein wenig anders dar.
Prüfung von Fremdkapital nach Investoren-Scheitern gewünscht
Demnach geht es um eine Kreditlinie von einer Milliarde Euro, die bei Bedarf abgerufen werden kann. Aktuelle Rahmenparameter, die allerdings im Falle einer Fortführung der Gespräche noch endverhandelt werden müssten: Eine Laufzeit von zehn Jahren bei einem Zins von 5,5 Prozent, wobei der Bereitstellungszinssatz bei null läge. Bei einer Sitzung von Präsidium und Aufsichtsrat am 10. Juni betrauten die Gremien die Geschäftsführung mit einer Machbarkeitsprüfung, unter anderem weil zur Besicherung die Medienrechteerlöse herhalten müssten.
Anders als 2023 und 2024 existiert bis dato kein strukturierter Prozess für eine Kapitalaufnahme, das Apollo-Angebot kam unaufgefordert. Zudem handelt es sich diesmal nicht um eine Beteiligungspartnerschaft, sondern um Fremdkapital. Ein Modell, das nach den gescheiterten Investoren-Prozessen und auch bereits im Vorfeld dieser ausdrücklich von einigen Klubs als prüfenswert empfohlen wurde. Zweck sind anders als beschrieben nicht Investitionen in Infrastruktur oder Stadien, sondern Absicherungsmöglichkeiten für den Fall eines Zahlungsausfalls von Medienrechtepartnern – ein Szenario, das beispielsweise nach dem Crash des französischen TV-Markts als nicht unrealistisch einzustufen ist.
Treff mit Apollo in New York: Diese Klubvertreter waren dabei
Rund zwei Wochen nach der Gremiensitzung gab es in der Tat ein informelles Treffen zwischen deutschen Klubvertretern und Apollo-Managern. Denn: Aufgrund des DFB-Spiels gegen Ecuador bei der WM in New Jersey waren ohnehin diverse Funktionäre aus Deutschland nahe dem Apollo-Hauptsitz New York. Nach kicker-Recherchen sollen neben Axel Hellmann, Vorstandssprecher von Eintracht Frankfurt, auch Carsten Cramer (Borussia Dortmund), Fernando Carro (Bayer 04 Leverkusen), Tatjana Haenni und Johann Plenge (beide RB Leipzig) teilgenommen haben. Der ebenfalls eingeladene CEO des FC Bayern, Jan-Christian Dreesen, soll krankheitsbedingt abgesagt haben. Der Tenor aktuell geht in die Richtung: Das Modell scheint gerade wegen des genullten Bereitstellungszinses interessant, allerdings gilt es noch zahlreiche Fragen zu beantworten, entsprechend ist keinesfalls mit einem schnellen Abschluss zu rechnen.
Die Liga-Geschäftsführung aus Dr. Marc Lenz und Dr. Steffen Merkel hatte, nicht zuletzt kürzlich in einem kicker-Interview, einen gewissen Finanzierungsbedarf geschildert, beispielsweise um die Auslandsvermarktung anzukurbeln oder in eigene Streamingplattformen zu investieren. Allerdings sind diese Töpfe basierend auf einem 100-Millionen-Euro-Deal mit Adidas sowie einer Investitionsrücklage von bis zu 50 Mio. Euro aus den Medienrechten fürs Erste gefüllt. Aktuell ausgeschlossen ist eine Weiterreichung des Geldes über Darlehen an Klubs für Investitionen in Infrastruktur, Nachwuchs oder gar neue Stars. Zumal Letzteres die gerade erst verabschiedeten neuen Finanzregeln mit klaren Sanktionen, die Exzesse wie in anderen europäischen Ligen vermeiden und nachhaltiges Wirtschaften belohnen sollen, einigermaßen konterkarieren würde.

