Verlässt Xabi Alonso Bayer 04? Und bleibt Florian Wirtz beim Werksklub? Die erste Frage wird akut heiß diskutiert. Bei der Zweiten ist der Entscheidungsdruck nicht ganz so hoch. Zumal die Zukunft des Stars nicht ganz unabhängig von der des Trainers entschieden wird.
Standort nicht an erster Stelle
Für welchen Klub spielt Florian Wirtz in der kommenden Saison? Beim FC Bayern München, der den Leverkusener Topstar seit Wochen auch öffentlich umwirbt? Bei Manchester City, das einen Neu- oder zumindest Umbau des Kaders plant? Oder weiter für Bayer 04, das dafür den bis 2027 laufenden Vertrag verlängern möchte und das entsprechende Vertragswerk mit der Spielerseite bereits seit Dezember fertig ausverhandelt hat?
Für jeden dieser Klubs gibt es mehr oder weniger gute Argumente. Doch am Ende wird weniger der Standort des Spitzenklubs den Ausschlag für die Entscheidung des Leverkusener Ausnahmekönners geben, sondern die Person des jeweiligen Trainers. Schließlich sucht Wirtz, für den Fall, dass er wechselt, einen Klub, mit dem er die Champions League gewinnen kann. Und dazu gehört eben auch ein Trainer von internationalem Topformat.
Guardiolas erneutes Werben nach 2024 beeindruckt Wirtz
Manchester City, bei dem Pep Guardiola seinen Vertrag erst Ende letzten Jahres bis 2027 verlängert hat, besitzt zweifelsohne einen solchen Fußballlehrer, der den höchsten Ansprüchen genügt. Vom Werben und den Gesprächen mit dem spanischen Trainer soll Wirtz beeindruckt sein. Die Skyblues und deren Star-Trainer baggerten schon im Sommer 2024 intensiv an Wirtz. In Verbindung mit dem hochklassigen Kader stellt Guardiola grundsätzlich ein starkes Argument für Wirtz dar.
Ob die Kombination aus Trainer und Mannschaft, die in dieser Champions-League-Saison, wie Kapitän Joshua Kimmich nach dem Viertelfinal-Aus in Mailand einräumte, insgesamt keine Bäume ausgerissen hat, den FC Bayern München für Wirtz zu so einem klaren Anwärter auf den Henkelpott macht, bleibt abzuwarten. Und bei Real Madrid und dem Hochglanz-Kader der Königlichen ist die Trainerfrage vor der spätestens zum Saisonende bereits als sicher geltenden Demission von Carlo Ancelotti offen.
Der Schwebezustand um Xabi Alonso schadet Bayer in der Causa Wirtz
In Madrid ist ausgerechnet Xabi Alonso der Wunschkandidat für die Ancelotti-Nachfolge. Und so droht Bayer 04 der Verlust des Erfolgstrainers. Dessen Verbleib in Leverkusen hingegen umgekehrt ein wichtiges Signal für Wirtz darstellen könnte, um noch eine Saison unter dem Bayer-Kreuz zu spielen. Nicht nur deshalb ist es wichtig, dass der Schwebezustand um den 43-Jährigen schnell beendet wird, der sich auf die sportlichen Leistungen inzwischen vehement auswirkt.
Denn mit jeder weiteren Woche der Unklarheit, mit jedem weiter sportlichen Misserfolg, der den Negativtrend seit Anfang März verfestigt, muss sich auch Wirtz die Frage stellen, inwieweit er dem Kosmos von Bayer 04 schon entwachsen ist. Ob er in einer weiteren Spielzeit in Leverkusen noch entscheidende Schritte nach vorne machen kann. Oder ob ein neuer Reiz auf noch höherem Niveau nicht doch mehr von seinem unermesslich erscheinendem Potenzial freizusetzen vermag, dass ihn irgendwann zum besten Fußballer der Welt machen soll.
Bleibt der Trainer, wachsen Bayers Chancen bei Wirtz
Bleibt Xabi Alonso, was im Moment eher eine Außenseiter-Wette darstellt, würde dies die Leverkusener Chancen auf ein weiteres Jahr mit Wirtz erhöhen. Auch wenn der 21-Jährige seinen Verbleib bei Bayer nicht direkt an die Person des Basken knüpft, wäre dieser für Wirtz ein Garant, seine Entwicklung weiter vorantreiben zu können.
Führt Xabi Alonsos Weg nach Madrid, würde dies die Attraktivität der Königlichen für Wirtz sicherlich nicht reduzieren. Wobei es aktuell keine Anzeichen dafür gibt, dass Real den deutschen Nationalspieler in diesem Sommer verpflichten möchte.
Doch nach einer enttäuschenden Saison und vor einem anstehenden Trainerwechsel sind auch in der spanischen Hauptstadt tiefergreifende Veränderungen im Kader nicht ausgeschlossen, von denen auch Wirtz profitieren könnte. Erst recht, wenn Xabi Alonso, der den Leverkusener Kreativdirektor sehr schätzt, künftig im Bernabeu das Zepter schwingen sollte.
Wer Wirtz haben möchte, braucht einen Trainer von internationalem Format
Leverkusen, Manchester, München oder Madrid? Am Ende wird es entscheidend sein, ob ein Trainer größten Formats und mit der zu Wirtz passende Spielidee bei dem Klub arbeitet, für den der Ausnahmekönner nächste Saison auflaufen wird. Auch deshalb ist es so interessant, was sich auf den Trainerstühlen tut. In Leverkusen, Madrid und wo auch immer.

