Das Halbfinal-Aus in der Champions League hat die Diskussion befeuert, ob die Bayern ihren Offensivstil künftig modifizieren müssen. Trainer Vincent Kompany argumentiert charmant dagegen.
Davies fällt erneut aus
Die wöchentliche Pressekonferenz vor dem Bundesligaspieltag bestand bei den Fragen vor allem zu Beginn mehr aus Rück- statt Ausblick. Beherrschendes Thema: Das Aus gegen PSG (4:5, 1:1). „Es ist normal, dass die Spieler enttäuscht waren. Es kostet viel Energie, um überhaupt so weit zu kommen“, sagte Trainer Vincent Kompany, der in seinen Antworten aber sehr wohl nach vorne schaute: „Ab dem nächsten Tag geht es für mich um die Zukunft. Es ist meine Rolle vorzuleben, wie wir reagieren müssen. Die Motivation für das, was noch kommen kann, überwiegt.“
Dennoch musste sich der Belgier mit dem Argument beschäftigen, für den Henkelpott brauche es einen angepassten, etwas defensiveren Stil. Sein Konter: „Wir in Belgien sind ähnlich pragmatisch veranlagt wie in Deutschland. Wir haben eine Rekordtordifferenz von plus 81. Für mich geht es darum, dass wir nicht verlieren, was uns stark macht.“
Mit anderen Worten: Kompany und seine Mannschaft werden sich treu bleiben, auch wenn der Coach feststellte, dass Details verbessert werden müssen. Aber: „Was wir verbessern wollen, darf uns nicht kosten, was uns stark macht.“ Rational betrachtet seien er und sein Team auf einem guten Weg. „Noch mehr zu gewinnen ist schwierig, weil wir sehr viel gewonnen haben.“
Erst gegen Köln mit der besten Elf?
Zu gewinnen gibt es in dieser Saison noch das DFB-Pokalfinale gegen den VfB Stuttgart am 23. Mai, das Double wäre damit perfekt. Am letzten Spieltag gegen den 1. FC Köln wird Kompany, so viel verriet er, daher mit der bestmöglichen Mannschaft antreten. „Für das Spiel habe ich den Gedanken, dass wir den Rhythmus wegen des Pokalfinals behalten wollen.“
Gilt dies auch für den vorletzten Spieltag, also die Partie beim VfL Wolfsburg am Samstagabend? Dies ließ Kompany offen, er werde nach Frische der Spieler entscheiden. „Wir haben am Mittwoch ganz spät gespielt, sehr intensiv, haben wenig Erholung.“ Erneut verzichten muss er allerdings auf Alphonso Davies, zum wiederholten Male ist es etwas Muskuläres beim Kanadier. Eine genauere Untersuchung soll zeigen, ob Davies nur in Wolfsburg oder länger ausfällt.
Freunds deutliche Worte zum Schiedsrichter
Und dann ging es doch noch mal um PSG, Schiedsrichter Joao Pinheiro und dessen viele zweifelhafte bis falsche Entscheidungen. „Schade, wenn nach einem solchen Spiel vor allem über den Schiedsrichter diskutiert wird“, sagte Sportdirektor Christoph Freund. „Es gab sehr viele Entscheidungen, die nicht zu unseren Gunsten ausgefallen sind, das war schon sehr auffällig. Schade für den Sport, wenn der Schiedsrichter das Hauptthema ist.“

