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Kimmichs klare Reaktion auf die Kritik

Nach seiner Abreise von der Nationalmannschaft entbrannte eine Debatte um Joshua Kimmich. Jetzt äußerte sich auch der Kapitän erstmals.

„Am Ende spielen immer die Besten“

Manchmal verliert man nicht nur auf dem Platz den Überblick, sondern auch daneben. Am Samstagnachmittag in Augsburg probierte Joshua Kimmich viel, um das zweite Bayern-Unentschieden der Saison zu verhindern, gelingen wollte dem Mittelfeldspieler wie seinen Kollegen aber nicht das meiste.

Auch in den Katakomben geisterte er später kurz umher, schaute sich um und wusste offenbar nicht ganz genau, wo er nun sprechen oder warten oder stehen sollte. Also ließ Kimmich bei den TV-Interviews seinen Kollegen den Vortritt und trat vor die wartenden Reporter mit ihren Aufnahmegeräten.

Sonderlich sauer wirkte die bayerische Nummer 6 nach dem 2:2 nicht, dafür hatte seine Mannschaft ja eigentlich auch genügend Torchancen. Und eigentlich muss man sich um den FC Bayern noch keine Sorgen machen, er wird ja schon irgendwann wieder genügend Punkte holen, um zum dritten Mal im dritten Jahr unter Vincent Kompany Deutscher Meister zu werden. Und vielleicht noch ein bisschen mehr.

„Ich weiß, wie das Geschäft funktioniert.“ (Joshua Kimmich)

Nach der Länderspielphase wird es nun Schlag auf Schlag gehen für den Rekordmeister und Kimmich, bevor es anschließend Mitte November wieder zur DFB-Elf geht, die er als Kapitän anführen darf – natürlich weiterhin und trotz der zuletzt aufgekommenen Debatte um seine Person. „Ehrlicherweise habe ich es gar nicht verfolgt, aber man kriegt es ja trotzdem mit, dass ein bisschen was los war“, erzählte Kimmich ganz gelassen.

Mit ihm hatte die Nationalmannschaft 1:1 in Amsterdam gespielt und – ausgerechnet an Ort und Stelle in Augsburg – 0:1 gegen Griechenland verloren. Wiedergutmachung konnte der 31-Jährige anschließend nicht betreiben, weil er wie vorher abgesprochen abreisen und anderen den Vortritt lassen musste. Kimmich hätte den schiefen Eindruck gerne noch korrigiert, Jürgen Klopp aber ließ sich nicht umstimmen. „Ich wäre natürlich gerne geblieben, aber der Trainer hat ja von Anfang an ganz klar kommuniziert, hat auch die Hintergründe kommuniziert. Dementsprechend war das für mich auch okay und alles klar.“

Eberl verteidigt Kimmich: „Absolut absurd“

Weniger klar blieb zumindest in der Öffentlichkeit das Bild des Kapitäns, den Klopp zwar irgendwie verteidigte, aber irgendwie auch nicht so richtig. Während von außen Kritik einprasselte und die DFB-Mannschaft mit Kimmichs Teamkollegen Tom Bischof und Aleksandar Pavlovic im defensiven Mittelfeld sehr ordentlich spielte.

„Ich habe verfolgt, dass die Qualitäten von Joshua Kimmich in Frage gestellt wurden, und das finde ich absolut absurd“, sagt FCB-Sportvorstand Max Eberl. „Also das ist ein Leader, der vorne weggeht. Ja, er ist irgendwie das Gesicht, wenn man will, einer Mannschaft, die jetzt in den letzten Jahren bei den Turnieren nicht so erfolgreich war, aber Joshua Kimmich ist für mich ein herausragender deutscher Spieler, und wir sollten froh sein, dass wir so einen Spieler bei uns in den Reihen haben.“

Kimmich selbst blieb gelassen, aber dennoch klar: „Ich meine, ich bin jetzt elf Jahre dabei. Ich weiß, wie das Geschäft funktioniert. Das Einzige, worauf ich mich konzentrieren kann und muss, ist auf meine Leistung. Das mache ich, das habe ich in den letzten elf Jahren gemacht, das werde ich weiterhin so machen. Am Ende spielen immer die Besten, und die letzten zehn Jahre ist es mir ganz gut gelungen, zu den Besten zu gehören. Das ist mein Ziel, dafür arbeite ich jeden Tag, und dann werde ich dafür sorgen, dass ich alle drei Tage wieder meine Leistung bringe.“

Bislang funktioniert das in dieser Saison ganz ordentlich. Einzig beim 0:0 auf Schalke fiel auch Kimmich ab (kicker-Note 4), ansonsten funktioniert der Mittelfeldmotor weiterhin als fleißiger Antreiber, unter anderem nach dem frühen Rückstand beim Pokalspiel in Osnabrück (4:1). An Kimmichs Chipbällen reiben sich Beobachter gerne auf, tatsächlich helfen sie den Bayern aber mehr, als dass sie ihnen schaden.

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