Der 1. FC Köln wird aller Voraussicht nach in Jakub Kaminski eine der zentralen Figuren der vergangenen Saison verlieren. Die Ablöse hilft aber dabei, die vielen Lücken im Kader zu stopfen.
Stillstand bei El Mala
Am 13. Juli startet der 1. FC Köln in die Vorbereitung auf die Bundesliga-Saison 2026/27. Mit Jakub Kaminski ist dann am Geißbockheim aller Voraussicht nach nicht mehr zu rechnen. Der Pole, den die Kölner erst nach der abgelaufenen Saison per Kaufoption für 5,5 Millionen Euro aus Wolfsburg verpflichtet haben, steht vor dem Abgang.
Seine im Vertrag verankerte Ausstiegsklausel in Höhe von rund 20 Millionen Euro läuft Mitte Juli ab. Dass sie bis dahin nicht gezogen wird, ist mittlerweile aber unwahrscheinlich. Lange Zeit deutete vieles auf einen Wechsel in die Premier League hin.
Portugal statt England?
Gegenüber dem polnischen Kanal Sportowy hatte der Profi des „Effzeh“ offen betont: „In der Bundesliga zu spielen, war immer mein Traum. Aber nach 104 Spielen und vier Saisons ist die Premier League das nächste Ziel.“ Besonders Brighton & Hove Albion ist immer wieder mit dem Flügelspieler in Verbindung gebracht worden. Nun aber führt die heißeste Spur nach Portugal.
Benfica Lissabon soll kurz vor der Einigung mit Kaminski stehen, Sky meldete am frühen Abend gar, dass der Transfer bereits fix sei. Mit dem Dritten der abgelaufenen Saison in Portugals Oberhaus würde der 24-Jährige Ende Juli gegen den FC St. Gallen um den Einzug in die Europa League kämpfen.
Damit werden die Kölner sehr wahrscheinlich eine ihrer zentralen Figuren verlieren. Kaminski absolvierte 2025/26 alle 34 Ligaspiele, traf siebenmal selbst und legte fünf Tore vor. Den Reingewinn von fast 15 Millionen Euro allerdings können die Domstädter in der aktuellen Lage durchaus gut gebrauchen.
Kaminski-Millionen, um die offenen Lücken zu stopfen
Denn die Liste von Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler für diesen Transfersommer ist noch lang. Mit den Festverpflichtungen der bisherigen Leihspieler Jahmai Simpson-Pusey (sechs Millionen), Kaminski (5,5) und Tom Krauß (3,5) sowie dem Transfer von Luka Lochoshvili für 4,9 Millionen Euro hat der FC bereits knapp 20 Millionen Euro ausgegeben.
Abgesehen von einem möglichen Kaminski-Ersatz fehlen zudem noch mindestens einer, eher sogar zwei Linksverteidiger. Dort ist zuletzt Ghanas Gideon Mensah von der AJ Auxerre als ablösefreie Möglichkeit gehandelt worden. Außerdem werden nach den Abgängen von Eric Martel (1. FSV Mainz 05), Denis Huseinbasic (Braga) und Felipe Chavez (nach Leihe zurück beim FC Bayern) zwei Spieler für das Mittelfeldzentrum benötigt, nach einem Stürmer schaut sich Köln obendrein noch um. Alles Lücken, die sich mit den Kaminski-Millionen stopfen lassen würden.
Um El Mala ist es ruhiger geworden
Anders als bei Kaminski ist die Situation derweil bei Said El Mala. Nach dessen Absage an den FC Brentford beharrt der FC auf seinem Standpunkt und der Ablöseforderung von rund 50 Millionen Euro. Kommt ein entsprechendes Angebot nicht, hat man am Geißbockheim kein Problem damit, seinen Top-Torschützen zu halten und mit ihm in eine zweite Bundesliga-Saison zu gehen. Nicht ausgeschlossen aber, dass nach der Weltmeisterschaft auch in diese Personalie wieder Bewegung kommt.

