Mit dem nächsten herausragenden Auftritt manifestiert Karl Hein seinen Status als Bremer Nummer 1 – und spricht auch über das Verhältnis zu Herausforderer Alexander Schlager.
Über Superlative und Schlager
Acht Paraden wiesen die Statistiker am Freitagabend für Karl Hein aus, dazu 80 Prozent abgewehrte Bälle, zwei abgefangene Flanken – und eine Torschussvorlage. Sein weiter Abschlag auf Niclas Füllkrug leitete zunächst gar die größte Bremer Torchance ein (54.), blieb vom Angreifer beim Auswärtsspiel in Dortmund jedoch ungenutzt.
Doch auch ohne Assist war der Bremer Keeper ein Garant für das 2:2-Unentschieden beim bis dahin Erstplatzierten der Bundesliga-Tabelle. „Ich bin sehr froh, dass einige meiner Paraden hoffentlich dazu beigetragen haben, dass die Mannschaft im Spiel geblieben ist“, bekannte der 24-Jährige selbst und widersprach auch nicht bei der Annahme, dass dieser Auftritt sein bislang bester für Werder war.
Vorläufiger Superlativ für Hein
Ja, da war zwar in der Vorsaison etwa sein Bundesliga-Debüt in München, als er ebenfalls acht Paraden vorzuweisen – damit allerdings nichts hatte ausrichten können beim 0:4. „Wenn man das Ergebnis und die Leistung zusammen betrachtet“, befand Hein nun also, könne man „wahrscheinlich schon“ den vorläufigen Superlativ wählen.
Andererseits: Auch beim 1:1 am 3. Spieltag in Köln, als er unter anderem einen Strafstoß parierte, erhielt Hein bereits die kicker-Note 1,5 – wie nun in Dortmund. Außer Frage steht angesichts des nächsten herausragenden Auftritts jedenfalls längst, dass die Bremer Nachfolge von Mio Backhaus im Tor hochkarätig geregelt wurde – und zudem ja auch geräuschlos.
Schlager? „Mehr kann man sich nicht wünschen“
Mit Alexander Schlager hatte Werder im Sommer einen höchstambitionierten Herausforderer für Hein verpflichtet, den österreichischen Nationalkeeper – für den die Nummer 1 nun wiederum äußerst wertschätzende Worte fand: „Ich habe größten Respekt vor Alex – dafür, wie wir zusammenarbeiten und was für ein Mensch er ist. Die Art, wie wir miteinander arbeiten, ist einfach unglaublich. Mehr kann man sich wirklich nicht wünschen.“
Und doch bedeutete der Nummer-1-Status bei Werder für Hein natürlich noch mal mehr. „Ich lebe wahrscheinlich meinen Traum“, sagte der estnische Nationaltorwart und erinnerte sich daran, wie er eben „als Kind in Estland davon träumte, in einer großen Liga für einen Verein wie Werder zu spielen“.
Werder als „die beste Option“ für Hein
Als Werder sich im Sommer dazu entschloss, Backhaus abzugeben und den bereits vom FC Arsenal ausgeliehenen Keeper fest zu verpflichten, sei das für Hein eine „No-Brainer“-Entscheidung gewesen: „Das war die beste Option für mich.“
Und nachdem er schon in der Vorbereitung angekündigt hatte, dafür zu sorgen, „der Beste zu sein“, will er damit auch so weitermachen: „Ich nehme meinen Platz nicht als selbstverständlich hin und bezeichne mich einfach als Nummer 1“, so Hein: „Ich finde, man muss die richtigen Dinge tun, um am Wochenende auf dem Platz zu stehen.“

