Vom DFB zum Weltmeister: Can Armando Güner sorgt zurzeit im Trikot von Argentinien für Furore. Die Scouts der Top-Klubs verfolgen die Entwicklung des Gladbachers genau.
Wartet zeitnah die Chance bei Borussias Profis?
Mittwoch ist Finaltag. Am Abend trifft Argentiniens U-17-Auswahl im Endspiel eines internationalen Nachwuchsturniers in Spanien auf den FC Valencia. Gladbach-Youngster Can Armando Güner spielt sich in Reihen der Argentinier, die das Turnier als Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft in Katar nutzen, mit forschen Auftritten in den Vordergrund.
Im Halbfinale beim 3:0-Sieg gegen Alboraya, einen Klub aus der Nähe von Valencia, feierte der Rechtsaußen sogar seinen Premierentreffer für die Albiceleste. Güner war seit der U 16 für die deutschen Nachwuchsmannschaften auf Torejagd gegangen. Nachdem er Anfang Juli die Einladung des argentinischen Fußballverbandes (AFA) angenommen hatte, glänzt er nun im Dress des aktuellen Weltmeisters.
„Ein ganz besonderes Erlebnis, das ich nie vergessen werde“
Güners Abenteuer begann Anfang Juli mit einem Lehrgang in Buenos Aires und hält mit der Endspielteilnahme auch zum Abschluss ein Highlight parat. „Die Zeit mit der argentinischen U 17 war für mich ein ganz besonderes Erlebnis – eines, das ich nie vergessen werde. Allein schon auf dem Campus der AFA zu sein, war beeindruckend. Ich habe mich dort umgezogen, wo sich auch Lionel Messi umzieht. Ich habe auf dem Platz trainiert, auf dem auch Messi, die aktuellen Weltmeister und einst sogar Maradona ihre Trainingseinheiten absolviert haben. Das war ein ganz besonderer und sehr emotionaler Moment für mich“, schwärmt Güner gegenüber dem kicker.
„Der Fußball in Argentinien ist ein ganz anderer als in Deutschland.“ (Can Armando Güner)
Auch sportlich, das lässt sich nach den gut drei Wochen im Team des ehemaligen Bundesliga-Profis Diego Placente (früher Bayer 04 Leverkusen) festhalten, war die Zeit für den 17-Jährigen ein voller Erfolg. Der Gladbacher hat mächtig Eindruck hinterlassen bei seinen Einsätzen und gegen Alboraya ein schönes, technisch feines Tor erzielt.
„Der Fußball in Argentinien ist ein ganz anderer als in Deutschland – sehr intensiv, sehr emotional, mit viel Hingabe. Für mich war das eine große Umstellung, aber auch eine wertvolle Erfahrung“, erzählt Güner. Mit seinen Leistungen sei er sehr zufrieden. „Ich konnte meine Spielzeit gut nutzen, wichtige Impulse setzen und auch ein Tor erzielen. Besonders positiv ist, dass ich von Spiel zu Spiel Fortschritte gemacht habe und spüre, dass ich mich stetig weiterentwickele“, sagt Güner. „Diese Zeit hat mich definitiv reifer gemacht – auf und neben dem Platz.“
Seitens des Trainers und der Verantwortlichen habe er ein „sehr positives Feedback“ erhalten, berichtet der Offensivspieler. „Das freut mich natürlich, gerade weil es mein erstes Mal in Argentinien und alles komplett neu für mich war: der Spielstil, das Umfeld, die Sprache, einfach alles. Die Trainer – allen voran Diego Placente – haben meine Entwicklung während der Zeit sehr positiv bewertet. Sie haben gesehen, dass ich mich gut eingefunden habe. Das hat mir gezeigt, dass mein Weg stimmt.“ Zwar folgte der gebürtige Krefelder jetzt erst einmal dem Ruf der Albiceleste. Eine Rückkehr zum DFB ist trotzdem nicht ausgeschlossen.
Scouts von Europas Top-Klubs verfolgen das Turnier
Kein Zweifel, es ist eine traumhafte Reise, auf der sich Güner gerade befindet. Im Juni schoss er die Borussia mit seinen zwei Treffern im Endspiel gegen RB Leipzig (3:1) zum Gewinn der Deutschen B-Junioren-Meisterschaft. Nun steht er mit seinen Auftritten im Trikot der Argentinier gleich wieder im Blickpunkt. Das Nachwuchsturnier in Spanien genießt bei den Scouts der europäischen Top-Klubs eine hohe Bedeutung. Logisch, dass sie auch die Entwicklung des Gladbachers im Auge behalten – und das Interesse am Youngster immer größer wird.
Gut möglich, dass der hochveranlagte und gefragte Güner bald schon eine Chance erhält, sich im Profikader von Cheftrainer Gerardo Seoane zeigen zu dürfen. Mit Blick auf den 2026 auslaufenden Vertrag dürfen die Borussen sowieso nicht allzu viel Zeit mit der Planung in dieser Personalie verschwenden.

