Wochenlang wartete der 1. FC Köln auf Leihgabe Mikey Moore. Sekunden nach seinem Bundesligadebüt zeigte er dann schon seine Qualität. Was wäre da möglich, wenn er nun Said El Mala als Spielpartner an der Seite bekäme?
FC-Zugang belebt sofort
Hin und wieder reizt Thomas Kessler die Grenzen des Understatements aus. „Es ist wenig überraschend für uns, dass er gut ist“, sagte der Sport-Geschäftsführer des 1. FC Köln am Freitagabend über Mikey Moore – und kokettierte doch sehr mit der Qualität seines Transfers. Denn wie gut er ist, konnten 60.000 Zuschauer beim 1:4 in Stuttgart nicht übersehen.
„Er hat das Spiel verändert und sich die Situationen geschnappt“, beschrieb Trainer René Wagner den Auftritt des von Tottenham Hotspur ausgeliehenen 19-Jährigen. Bereits Sekunden nach Moores Einwechslung zur Pause holte er mit viel Einsatz eine Ecke heraus die zur ersten großen FC-Chance der zweiten Hälfte wurde. Anschließend prüfte er VfB-Keeper Fabian Bredlow zweimal innerhalb von fünf Minuten, kombinierte und attackierte, was das Zeug hält. Sekunden, in denen der FC Hoffnung schöpfte – dank Moore.
Der Einfluss des Neuzugangs war unübersehbar
„Wir hatten eine echt gute Phase nach der Pause, in der wir hätten Tore schießen können, mich eingeschlossen“, gab Moore im Interview beim Kölner Klub-TV zu und zog gleich wie ein erfahrener Haudegen eine Lehre aus der Niederlage: „Da hatten wir viele Abschlüsse innerhalb kurzer Zeit. An einem anderen Tag hätten wir etwas mitnehmen können.“
Darauf hoffen Kessler, Wagner und die FC-Fans. Denn Moores Einfluss auf das zuvor wenig gefährliche Offensivspiel der Geißböcke war unübersehbar. Mit Tempo, cleverer Positionierung und Spielwitz hauchte er den Kölnern zumindest bis zum 0:2 neues Leben ein, legte später noch das Eigentor des Stuttgarters Hendricks auf. „Er will immer den Ball haben, er ist immer aktiv, hat Lösungen nach vorn“, lobt Wagner, der zukünftig schwer auf einen Akteur in dieser Form verzichten können wird.
Moore schon ein Startelf-Kandidat?
Gleich am kommenden Wochenende könnte es deswegen heißen: „Gimme Moore!“ Womöglich sogar schon in der Startelf? Der Offensivspieler, der erst am Mittwoch zum ersten Mal mit den neuen Kollegen trainierte und sich in Stuttgart zentral auf der Zehnerposition einfand, ist jedenfalls topfit. Moore spielte für Tottenham schon in dieser Saison in der Premier League von Beginn an und fügte sich nach nur zwei Trainingseinheiten gleich wunderbar ins Team ein.
Was wäre da nur möglich, wenn links neben Moore zukünftig Said El Mala spielen würde? Linton Maina war das Engagement als Vertreter des erkrankten Dribblers nicht abzusprechen, doch dieselbe Durchschlagskraft entwickelte er noch nicht. Am kommenden Samstag gegen Bremen könnte Wagner deshalb seine Talente-Zange ins Rennen schicken: links El Mala, zentral oder rechts Moore. Es wäre die Kombination zweier der vielversprechendsten Jungprofis Europas. Zwei Senkrechtstarter, deren Spielwitz und Unverfrorenheit womöglich viele Teams verwunden könnten. Oder wie Kessler sagen würde: Es wäre wenig überraschend, wenn das gut funktionieren würde.

