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Freiburg als Blaupause für Dortmund? Tigges kann bei Paderborn „die Statik verändern“

Sein Trainer kennt keinen Innenverteidiger, der sich freut, gegen diesen Stürmer antreten zu müssen. Mit 1,93 Metern Körperlänge und 90 Kilo Gewicht gibt Steffen Tigges dem Paderborner Spiel etwas, das der Aufsteiger gegen starke Gegner gut gebrauchen kann.

Zwei Varianten für Kettemann

Als er zur zweiten Halbzeit gegen Freiburg hereinkam, wurde es ein anderes Paderborner Spiel. Durch die taktische Umstellung, die Trainer Ralf Kettemann in der Pause vorgenommen hatte, aber auch durch die Art, mit der Steffen Tigges sie mit Leben füllte. „Ich glaube, ich habe es gut umgesetzt, habe Bälle behauptet, hatte gute Aktionen.“ Eigenwerbung für einen Platz in der Startelf? Da bleibt der Offensivspieler defensiv. „Es kommt jetzt auch ein bisschen auf die taktische Devise, wie wir in Dortmund spielen wollen, an.“

Diese jedoch könnte ähnlich wie gegen Freiburg sein. Auch gegen den BVB dürfte es für den Aufsteiger darum gehen, individuelle Überlegenheit des Gegners mit eigenen Tugenden wettzumachen. Und da kommt Tigges zumindest im übertragenen Sinne ins Spiel. „Steffen zieht mit seiner Art und Weise zu spielen, die Jungs mit, weil er sehr leidenschaftlich spielt, viel läuft, viel kämpft, sich auch in die Duelle reinwirft“, weiß Sport-Geschäftsführer Sebastian Lange um die Vorzüge des Stürmers. „Er hat da eine unglaubliche körperliche Präsenz.“

Der Coach geht noch einen Schritt weiter. „‚Tiggi‘ ist ein Spieler, der prädestiniert dafür ist, ganz generell mal die Statik zu verändern. Ich kenne keinen Innenverteidiger, der sich darüber freut, dass ‚Tiggi‘ kommt. Das ist etwas, das für ihn spricht.“ Der 28-Jährige habe zuletzt sehr sauber mit dem Rücken zum Tor gespielt, sich etwas getraut, sei ins Dribbling gegangen, habe selbst Abschlüsse kreiert. Schon im abschließenden Testspiel gegen Ligakonkurrent Köln hatte Tigges genau diese Qualitäten gezeigt und beim 4:3-Sieg dreimal getroffen. Kettemann lobt: „Er hat sich da gerade richtig entwickelt.“

Einst Bundesliga und Champions League mit dem BVB

Wenn es um Ballbehauptung, Zweikämpfe in der gegnerischen Hälfte und Zug zum Tor geht, scheint der 1,93 Meter große 90-Kilo-Mann aktuell womöglich die bessere Wahl zu sein als etwa Neuzugang Rayan Philippe, den er gegen Freiburg ersetzte. „Wir sind viel auf die zweiten Bälle gegangen, hatten viele Aktionen in der Box und um die Box herum“, ruft der gebürtige Osnabrücker in Erinnerung.

Selbstbewusstsein kommt nach seinen jüngsten Auftritten hinzu. „Mit einer guten Leistung ist Dortmund nicht unschlagbar“, glaubt Tigges, der zwischen 2019 und 2022 selbst für Borussia spielte, unter anderem 15-mal in der Bundesliga und sogar dreimal in der Champions League. Viele Bekannte von einst sind nicht mehr da. Besonders ist diese Partie dennoch, genauso wie für seine Kollegen beim SCP07: „Es ist eines dieser Spiele in der Bundesliga, für die wir in der letzten Saison viel investiert haben, um sie erleben zu dürfen.“

Sein Trainer jedenfalls will auch das Highlight-Spiel mutig angehen; Felix Götze und der zuletzt angeschlagenen Laurin Curda stehen Kettemann dabei wieder zur Verfügung. „Wir dürfen nicht vor Ehrfurcht erstarren, sonst haben wir keinen Auftrag dort“, so der 40-Jährige in der Pressekonferenz am Donnerstag.

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