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Die Vergesslichkeit der Kreativspieler: Was Uzun lernen muss

Im März bog Albert Riera nach dem Auswärtsspiel bei Mainz 05 auf die falsche Bahn ab. Im September will Adi Hütter jetzt am gleichen Ort den Saisonstart von Eintracht Frankfurt retten. Einmal mehr steht Can Uzun im Mittelpunkt – mit dem Dauerthema Defensivarbeit.

Die Defensivarbeit des Eintracht-Spielmachers

Vereinzelte Warnzeichen gab es schon zuvor. Doch am 22. März zeigte sich erstmals ganz offensichtlich, dass der Eintracht unter Albert Riera eine, nennen wir es mal, recht spezielle Zeit bevorstehen wird. Denn nach der 1:2-Niederlage in Mainz war der Auftritt des Trainers noch etwas bedenklicher als die Leistung der Mannschaft. Die Krönung des Unfugs: Ein Sieg in Mainz sei angesichts des verheerenden Abschneidens der SGE ohnehin ein „Wunder“.

Niemand scheint besser geeignet, die Bilanz von nur einem Sieg in 22 Ligaspielen aufzupolieren, als Adi Hütter. Der hat dieses eine „Wunder“ nämlich vollbracht, in Form eines 2:0-Erfolges im Januar 2021: „Ich kann mich noch gut daran erinnern. Es ist ein Derby – und im Derby gibt es eigene Gesetze. Wir fahren am Samstag nach Mainz, geben unser Bestes und wollen das Spiel gewinnen. Was meine Trainerkollegen vor mir gesagt haben, das interessiert mich eigentlich gar nicht“.

„Die Köpfe schärfen“

Das Interesse des Österreichers liegt vielmehr darin, seine Mannschaft dahin zu bringen, einen Matchplan über 90 Minuten durchzuziehen. Das jüngste Heimspiel gegen Augsburg, die 1:4-Niederlage nach 1:0-Pausenführung, ist das warnende Beispiel, das sich nicht wiederholen darf. „Ich habe in der ersten Halbzeit eine Mannschaft gesehen, bei der ein Rad ins andere gegriffen hat. Ich finde, dass wir ein sehr, sehr tolles Spiel gemacht haben. Und in zwei Minuten haben wir alles, was wir uns in der ersten Halbzeit erarbeitet haben, weggeschenkt. Das darf einfach nicht passieren. Wir müssen die Köpfe schärfen“, forderte Hütter.

Eine Ansage, die letztlich für alle, ganz besonders aber für Can Uzun gilt. Dass der türkische Freigeist mit dem Ball am Fuß und entsprechendem Schwung im Spiel bestaunenswerte Glanzlichter setzen kann, ist zweifelsfrei belegt. Dass der 20-Jährige im Defensivverhalten gerne die Füße hochlegt, aber genauso. Als Riera das Anfang April kritisierte, war die Aufregung im Stadtwald groß – dabei war das nun wirklich kein Unfug.

Subtiler als sein Vorgänger

Auch Hütter kann nicht gefallen haben, was Uzun im letzten Heimspiel nach der Pause getrieben hat. Der 56-Jährige geht die Sache aber subtiler an. Nachdem der Spieler Anfang der Woche intern eine klare Ansage bekommen haben soll, äußerte sich Hütter am Donnerstag auch auf der Pressekonferenz. Uzuns völlig unterschiedliches Auftreten in den beiden Halbzeiten gegen Augsburg, ein Spiegelbild des gesamten Teams, „habe ich auch so gesehen“, betonte Hütter und führte aus.

„Er hat in der ersten Halbzeit nach Ballverlusten gezeigt, dass er Zweikämpfe gewinnen kann. Er ist ein Kreativspieler und die vergessen manchmal, dass sie nach Ballverlusten so schnell wie möglich in Zweikämpfe kommen müssen.“ Allzu häufige Erinnerungen wird Uzun von seinem Trainer wohl kaum erhalten. Zum aktuell frühen Zeitpunkt der Saison zeigt sich Hütter aber noch geduldig: „Er ist in der Lage, das zu tun. Er ist ein absoluter Kopfmensch. Aber er ist auch ein junger Spieler und man muss die Geduld haben und positiv kommunizieren. Er arbeitet intensiv daran, dass er sich beim Ballverlust noch mehr entwickelt.“

Eine Maßgabe, die sich alle Beteiligten zu Herzen nehmen sollten. Mehr als die aktuell sieben Gegentore nach zwei Spielen hatte die Eintracht noch nie in ihrer Bundesliga-Geschichte einstecken müssen. In Mainz hingegen steht an dieser Stelle die Null. Und die Offensive hat sich mit dem 5:0 in Hamburg gerade warmgeschossen. Nicht die besten Vorzeichen für die Hessen. Dafür ein klares Signal, was Uzun und Co. in der Luftlinie 31 Kilometer entfernten Mainzer Arena leisten müssen.

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