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Die Frage nach der Pause: Ogbus oder Lienhart?

Eine Abwehr aus dem eigenen Nachwuchsleistungszentrum sorgt beim SC Freiburg seit Wochen für defensive Stabilität. Jetzt meldet sich aber ein österreichischer Nationalspieler zurück.

Youngster hat die Ausfälle kompensiert

Bruno Ogbus gehört zu den sechs Spielern im Freiburger Kader, die an diesem Wochenende nicht frei haben. Mit der Schweizer U 21 ist der Verteidiger in der EM-Qualifikation gefordert, am Abend gegen die Faröer (20 Uhr) und am Dienstag gegen Estland (20 Uhr). Ogbus reiste mit reichlich Bundesligaspielpraxis zu den Länderspielen an, was Anfang des Jahres nicht absehbar war. Da galt der 20-Jährige noch als Leihkandidat in die 2. Bundesliga.

„Was sind das für Geschichten: Ein Junge aus unserer Fußballschule, der nach einer schweren Verletzung fast ein Jahr raus war, liefert jetzt so ab, und darf ein Teil unserer Reise sein“, schwärmte SC-Trainer Julian Schuster nach dem historischen 5:1 gegen Genk, mit dem der Sport-Club erstmals ins Europa-League-Viertelfinale einzog. Ende 2024 hatte Ogbus einen Achillessehnenriss erlitten. „Die Athletiktrainer und das ganze Physioteam haben wahnsinnig tolle Arbeit geleistet, und jetzt bin ich sehr glücklich Bundesliga spielen zu können“, sagte Ogbus kürzlich im Interview mit dem Stadionmagazin „Heimspiel“.

Lienhart und Rosenfelder fehlten: Ogbus profitierte

Die Verletzungsausfälle von Philipp Lienhart und Max Rosenfelder sorgten dafür, dass der Schweizer nicht verliehen wurde, seit Mitte Januar 14 Pflichtspieleinsätze (elf in der Bundesliga, drei in der Europa League) hatte, und dabei zwölfmal in der Startelf stand. Davor hatte er in dieser Saison keinen Einsatz im Bundesligateam. Das erste Spiel war die 0:2-Niederlage in Leipzig, die es gleich in sich hatte, weil da auch noch der unumstrittene Fels in der SC-Abwehr und Dauerspieler fehlte: Matthias Ginter war krank. Deswegen verteidigte Ogbus neben Anthony Jung, der vor der Saison als Backup von Werder Bremen geholt wurde, und der zuvor auch schon für Lienhart und Rosenfelder eingesprungen war.

„Tony hat ihn sehr stabilisiert, hat ihm viel geholfen und war für ihn da – das war eine Grundlage das er sich so entwickeln kann“, lobte der SC-Coach den 34-Jährigen. Das zeige seine Sozialkompetenz, denn das würden nicht alle Spieler so machen, die häufiger auf der Bank sitzen, und natürlich auch gerne spielen wollen. Auch Ginter sei danach „eine Stütze“ für den jüngeren Nebenmann gewesen.

Schuster dankt der Freiburger Fußballschule

Gegen Genk, drei Tage später beim 2:1-Sieg beim FC St. Pauli und auch schon mehrfach davor kamen „die hinteren Fünf aus der eigenen Fußballschule, das ist schon cool“, freute sich Schuster. Vor Torwart Noah Atubolu bildeten Philipp Treu, Ginter, Ogbus und Jordy Makengo zuletzt die Viererkette. Deshalb galt der Freiburger Fußballschule und ihren Mitarbeitern das ausdrückliche Lob des Cheftrainers: „Wir dürfen die Früchte ernten und mit diesen Jungs arbeiten.“

Auch Ogbus hat nun den Sprung zu den Profis geschafft, und muss sich trotzdem demnächst vielleicht wieder mit etwas weniger Einsätzen begnügen. Lienhart ist nach seiner Bauchmuskelverletzung zurück, bekam gegen Genk erstmals wieder ein paar Minuten auf dem Feld. Am Hamburger Millerntor wurde er schon nach der Pause eingewechselt und half dabei, einen Rückstand noch in einen Sieg zu drehen. Wenn Lienhart nächste Woche gesund von der österreichischen Nationalmannschaft zurückkehrt, bei der er normalerweise gesetzt ist, dürfte er darauf drängen, auch in Freiburg seinen Stammplatz zurückzuerobern. Auch Ogbus will aber „weiter zeigen, was ich kann“. Er könnte allerdings auch als Rechtsverteidiger aushelfen, sollte es da Bedarf geben.

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