Die Vorbereitung will Tom Bischof nutzen, um sich beim FC Bayern gleich zu empfehlen – aber nicht mit Worten.
Neu-Nationalspieler sammelt erste Minuten bei Bayern
Super ist Tom Bischof laut eigener Aussage beim FC Bayern angekommen, was nicht weiter verwunderlich ist. Es wäre ja andererseits eher verrückt, wenn sich ein 20-jähriger Neuzugang vor laufende Kameras stellt und dann erzählt, wie furchtbar doch alles beim neuen Arbeitgeber sei.
„In die Mannschaft reinzukommen ist relativ leicht“, sagt Bischof stattdessen. „Es sind alles super Jungs.“ Und, vermutlich genauso wichtig: „Das ist genau mein Fußball, deswegen passt es.“
Das sieht man teilweise schon beim Neu-Nationalspieler, der bereits vor der Klub-WM für eine kleine Entschädigung (300.000 Euro) von der TSG Hoffenheim nach München gewechselt war und seine Eingewöhnungsphase in den USA verlebte. Dort stand Bischof beim verkorksten letzten Gruppenspiel gegen Benfica (0:1) eine maue Halbzeit lang auf dem Feld, danach nicht mehr.
Inzwischen stecken eine Woche Training und zwei Testspiele mehr in den Knochen. „Es ist natürlich ein überragendes Niveau“, findet Bischof. Am Samstag, beim 2:1 gegen Olympique Lyon, hatte er noch auf der Doppelsechs neben Leon Goretzka begonnen und einen vielversprechenden ersten Eindruck in der Allianz-Arena hinterlassen.
Am Donnerstagabend dann, beim klaren Erfolg gegen Europa-League-Sieger Tottenham, stellte Trainer Vincent Kompany jene Elf auf, die vermutlich auch am nächsten Samstag beim Supercup in Stuttgart beginnen wird – ohne Bischof. Der durfte stattdessen noch etwas weniger als eine halbe Stunde lang ran und seinen kleinen Teil dazu beitragen, dass aus einem 2:0-Vorsprung ein 4:0 wurde.
Bischof, das zeigt die Vorbereitung, ist einer von aktuell drei Kandidaten für die zwei zentralen Positionen vor der Abwehr. Nicht etwa für die Zehn hinter Harry Kane, wo gegen Lyon noch Paul Wanner vorspielen durfte. Und Michael Olise gegen die Spurs einen deutlich besseren Eindruck zwischen Luis Diaz und Kingsley Coman hinterließ.
„Jeder von den jungen Spielern hier will zeigen, was er draufhat, und sich anbieten für die nächsten Spiele“, versichert Bischof. „Ich glaube, das haben sie und wir allgemein ganz gut gemacht.“ Ob er deshalb schon Ansprüche stelle auf einen Startplatz neben seinem Idol Joshua Kimmich? „Das ist eine ganz blöde Frage“, reagierte Bischof lachend, berechtigt war sie dennoch. „Ich weiß, dass ich ein bisschen kicken kann, und ich probiere, alles reinzuhauen.“ Fürs Erste haben trotzdem Kimmich und Goretzka die Nase vorn. Und in ein paar Wochen kehrt Aleksandar Pavlovic nach seinem Augenhöhlenbruch zurück.
Das Feedback vom Trainer falle gut aus, berichtet Neuzugang Bischof. „Im Training coacht er viel, alle, mich auch intensiv. Das tut mir sehr gut, da schaue ich mir auch was ab.“ Genauso wie bei seinen Teamkollegen: „Neben dem Platz sind das alles normale Jungs. Aber dann, wenn du auf den Platz gehst, ist es schon ein Schalter, wo du dann siehst: Sie wollen einfach gewinnen. Das passt ganz gut zu mir.“ In welcher Rolle auch immer – fürs Erste zumindest.

