Es hatte sich bereits einige Wochen abgezeichnet, nun machte der FC Bayern Nägel mit Köpfen: Mit Nathaniel Brown (23) spielt künftig ein weiterer deutscher Nationalspieler in München.
Zehn Prozent der Ablöse fließen nach Nürnberg
Rechnet man Jonas Urbig als Trainings-Torwart mit, stehen beim FC Bayern seit Freitag neun Spieler unter Vertrag, die beim bitteren Sechzehntelfinal-Aus zum Kader des DFB gehörten. Denn zum Kreis um Manuel Neuer, Alexander Nübel, Joshua Kimmich, Jonathan Tah, Leon Goretzka, Jamal Musiala und Aleksandar Pavlovic kommt nämlich nun auch noch Nathaniel Brown hinzu.
Der Linksverteidiger wechselt erwartungsgemäß von Eintracht Frankfurt an die Isar, kostet den Rekordmeister schätzungsweise 55 Millionen Euro, wovon zehn Prozent nach kicker-Infos an Ex-Klub Nürnberg fließen. Brown unterzeichnete an der Säbener Straße einen Fünfjahresvertrag bis 30. Juni 2031.
„Nathaniel Brown bringt ein Profil mit, welches im heutigen Fußball sehr gefragt ist“, gibt Bayerns Vorstandsvorsitzender Jan-Christian Dreesen offen zu: „Mit seiner Schnelligkeit und Dynamik hat er sich zuletzt stark entwickelt, und wir alle sind überzeugt, dass er hervorragend zum FC Bayern passt.“
Das frühe Bemühen im Transfer-Sommer um einen hochveranlagten linken Außenverteidiger bedeutete auch, dass das Vertrauen in die Fitness des verletzungsanfälligen Alphonso Davies beim FC Bayern nicht mehr uneingeschränkt gegeben ist. Zumal Brown, der die ersten beiden WM-Spiele sowie das Sechzehntelfinale begann und gegen Curacao (7:1) auch sein erstes Länderspieltor erzielte, die Zukunft gehört. Der Senkrechtstarter vereint Tempo (Top-Speed 35,8 km/h), Zweikampfstärke, Technik und Spielintelligenz, was ihn auch international heiß begehrt machte.
Umso mehr war dem FC Bayern danach, den Deal schnellstmöglich unter Dach und Fach zu bringen. Nach dem WM-Aus der DFB-Elf in der Runde der letzten 32 machte der Rekordmeister beim achtmaligen deutschen A-Nationalspieler nun Nägel mit Köpfen.
„Er hat bei der WM Akzente gesetzt und gezeigt, warum wir uns schon länger mit ihm befasst haben“, sagt Bayerns Sportvorstand Max Eberl: „Er wird unsere Möglichkeiten in der Defensive und im Mittelfeld erweitern.“ Laut Sportdirektor Christoph Freund habe sich Brown trotz seiner erst 23 Jahre „bereits zu einem Top-Spieler entwickelt – und er wird sich noch steigern“.
„Kompany hat mich absolut überzeugt“
Im Sommer 2024 war der im oberpfälzischen Amberg geborene Linksfuß vom 1. FC Nürnberg für günstige 3,5 Millionen Euro an den Main gewechselt. Nun macht Frankfurt ein fettes Plus, das in Kombination mit Browns gutem Freund Can Uzun im Bestfall auf über 100 Millionen Euro anwachsen soll.
„Der FC Bayern gehört zu den besten Vereinen der Welt. Die Chance, für diesen Klub zu spielen, bedeutet mir unglaublich viel und erfüllt mich mit Stolz“, sagt Brown in einem ersten Statement: „Zudem komme ich aus Bayern, was es noch spezieller macht. Ich habe immer davon geträumt, auf höchstem Niveau um die größten Titel zu spielen, setze mir die höchsten Ziele und möchte jeden Tag das Maximum aus mir herausholen. Bei den Gesprächen mit den Verantwortlichen hatte ich schnell ein super Gefühl. Vor allem Vincent Kompany hat mir gezeigt, wie er mich und meine Entwicklung sieht und mich absolut überzeugt.“
Seine Pflichtspiel-Premiere für den FC Bayern könnte Brown schon am 22. August feiern, wenn sich gleich seine erste Titelchance bietet: Im Franz-Beckenbauer-Supercup gastiert der amtierende Doublesieger bei Vizemeister Borussia Dortmund.

