Am Montag hatte der HSV den größten Winterumbau aller Zeiten mit insgesamt 13 Transferbewegungen abgeschlossen, tags darauf verkündete der Aufsteiger die nächste Personalentscheidung: Warmed Omari, im Sommer von Stade Rennes ausgeliehen, wird fest verpflichtet. Für die Bosse ist dies eine wichtige wie logische Weichenstellung.
Rund zwei Millionen Euro als Kaufsumme
Für den 25-jährigen Innenverteidiger von den Komoren beginnt die neue Woche damit ähnlich bedeutungsvoll, wie die zurückliegende geendet hatte: Beim 2:2 gegen den FC Bayern hatte er als Defensiv-Joker sein Comeback gefeiert, nachdem er sich Ende September im Spiel bei Union Berlin (0:0) eine Syndesmoseverletzung zugezogen hatte und operiert werden musste. Schon vor seiner Auszeit hatte der passsichere Abwehrspieler Werbung in eigener Sache gemacht und die Entscheider an der Elbe von sich überzeugt.
Omari kam im Sommer nach einer verkorksten Saison bei Olympique Lyon ohne Spielpraxis gewissermaßen als „Wundertüte“ während des zweiten Trainingslagers auf Mallorca und schlug doch als einer der ersten Neulinge von Beginn an ein, auch während der Reha-Zeit sammelte er Pluspunkte durch seine Seriosität. Die frühzeitige Verkündung einer festen Verpflichtung ist damit wenig überraschend.
Wie sich Omaris Rückkehr auf Capaldo auswirkt
Rund zwei Millionen Euro waren als Kaufsumme ausgehandelt worden, Claus Costa ist sicher, dass dies gut angelegtes Geld ist. „Mit seiner Art, offensiv und mutig nach vorn zu verteidigen und seiner Ruhe im Spielaufbau, gibt Warmed uns entscheidende Impulse“, sagt der Sportdirektor. „Er ist ein wichtiger Bestandteil der Mannschaft, dementsprechend war es uns wichtig, seine Perspektive vorzeitig zu klären.“
Omari wurde während seiner verletzungsbedingten Auszeit rechts in der Dreierkette von Nicolas Capaldo sehr erfolgreich vertreten, dennoch könnte er schon in Kürze weit mehr als ein Defensiv-Joker sein. Zum einen stehen mit Capaldo und Luka Vuskovic zwei Innenverteidiger mit vier Gelben Karten kurz vor einer Sperre, und zum anderen könnte Omari den Weg für Capaldo nach vorn freimachen. Auf der rechten defensiven Außenbahn hat sich inzwischen der vom Stürmer umfunktionierte Bakery Jatta festgespielt, weil er dem Trainerteam defensiv verlässlicher erscheint als Giorgi Gocholeishvili und William Mikelbrencis – Capaldo aber könnte die Königslösung auf dieser Position sein.
Omaris Rückkehr wurde deshalb in vielerlei Hinsicht herbeigesehnt, die Verlängerung jedoch schon davor weitgehend beschlossen. „Wir freuen uns sehr, dass Warmed wieder fit ist. Er hat in den Einsätzen vor seiner Verletzungspause unter Beweis gestellt, welche Qualitäten er mitbringt“, sagt Vorstand Eric Huwer. „E besticht mit einer positiven und offenen Art, und er hat in dieser kurzen Zeit eine positive Entwicklung genommen, die wir in den nächsten Jahren gemeinsam weiter forcieren wollen.“

