Er prägte den Hamburger SV in einer wegweisenden Zeit – als Publikumsliebling und Kapitän. Nun ist Peter Nogly im Alter von 79 Jahren verstorben.
Langjähriger Kapitän
Der Hamburger SV trauert um „eine herausragende Persönlichkeit“, um „einen absoluten Publikumsliebling“, um „einen der besten Verteidiger, die jemals das Trikot mit der Raute auf der Brust getragen haben“. Gemeint ist jeweils Peter Nogly, der am Donnerstag „nach langer, schwerer Krankheit“ im Alter von 79 Jahren verstorben ist.
Nogly, genannt „Eiche“, erlebte in Hamburg eine mitreißende Epoche. 1969 stieß er, aus Lübeck kommend, noch zu einer Mannschaft um den alternden Uwe Seeler, nach dem Umbruch in den 1970er Jahren baute Nogly den HSV mit zu einer der besten Mannschaften Deutschlands – und Europas – auf.
Die „Mutter aller Pokal-Sensationen“ 1974/75 beim VfB Eppingen verpasste der harte, aber faire Verteidiger, der sich als Libero gern auch ins Spiel nach vorn einschaltete. Für den Pokalsieg 1975/76, den Triumph im Europapokal der Pokalsieger 1976/77 und die Deutsche Meisterschaft 1978/79 war er unverzichtbar.
Der Europapokal der Landesmeister, den der HSV 1983 im Endspiel gegen Juventus Turin gewinnen würde, blieb Nogly verwehrt. Das verlorene Finale 1980 gegen Nottingham Forest zum Ende seiner HSV-Zeit bezeichnete der viermalige deutsche A-Nationalspieler als seine „größte Niederlage“.
Die Geschichte des Spitznamens
414-mal stand die Eiche für die Rothosen in einem Pflichtspiel auf dem Platz, die Entstehungsgeschichte dieses Spitznamens gaben sie in ihrer Mitteilung zu Noglys Tod noch einmal zum Besten: „Als der Verteidiger bei der Messepokal-Partie im belgischen Gent einen Ellbogen ins Gesicht bekam und einen vierfachen Jochbeinbruch erlitt, kommentierte Torhüter Gert Girschkowski: ‚Jetzt ist die Eiche gefällt.'“
Der Hamburger Fußball betrauert einen, „der immer voranging, der keine Trainingseinheit sausen ließ, selbst mit 39 Grad Fieber nicht“. Einen, der für den HSV auch 52 Tore schoss. Vielleicht keines so schön wie der Flugkopfball gegen Borussia Mönchengladbach, im Januar 1975 zum „Tor des Monats“ gewählt.
Die Fans des HSV wählten Nogly, der später auch für Hertha BSC und den FC St. Pauli spielte, zum 125. Vereinsjubiläum 2012 in ihre Jahrhundert-Mannschaft.

