Einmal mehr kam Eintracht Frankfurt in Leipzig unter die Räder, wieder setzte es eine 0:6-Pleite. Trainer Adi Hütter und Jonathan Burkardt adressierten deutliche Worte an die Mannschaft, Sportvorstand Markus Krösche beschwichtigte.
Hütter kritisiert Kapitän Koch
Leipzig war noch nie ein gutes Pflaster für die Frankfurter. Von zehn Gastspielen in der Red-Bull-Arena hatte die Eintracht vor Samstag lediglich eines gewonnen, bei drei Remis und sechs Niederlagen. Besonders negativ war ihr die 0:6-Pleite aus dem Dezember 2025 im Gedächtnis geblieben – es war die höchste SGE-Niederlage in diesem Jahrtausend. Die SGE sollte also eigentlich gewarnt gewesen sein vor dem Duell am Samstagabend. Und doch kam sie wieder mit 0:6 unter die Räder.
Eine Leistung, „für die man sich schämen“ müsse, die „nicht Bundesliga-tauglich“ gewesen sei, wollte Adi Hütter gesehen haben. Es waren klare Worte des Eintracht-Trainer, die von seinen Spielern noch übertroffen wurden. Besonders erzürnte der Leipziger Blitz-Doppelschlag die Gemüter – nach 43 Sekunden stand es 0:1, nach fünf Minuten 0:2 aus Frankfurter Sicht. „Wie wir ins Spiel reingehen, ist unterirdisch“, schimpfte daher Torwart Noah Atubolu. „Für die Art und Weise, wie wir auch heute sechs Gegentore bekommen, müssen wir uns schämen.“
„Jeder hat seinen eigenen Kopf, es fehlt an Verantwortung.“ (Jonathan Burkardt)
Führungsspieler Jonathan Burkardt setzte anschließend zur Generalkritik an nach einem „Spiel zum Vergessen“, wie er die Pleite einordnete. „Wir hatten unfassbare Abstände und haben sorglos verteidigt. Das fängt vorne an, und dann kommen wir einfach nicht in die Zweikämpfe“, analysierte der Stürmer. Woran das liege? „Jeder hat seinen eigenen Kopf und es fehlt an Verantwortung, die jeder für sich selbst übernimmt“, polterte der Nationalspieler weiter.
Hütter mit klarer Kritik an Kapitän Koch
Burkardt adressierte seine Kritik sogar klar und deutlich innerhalb der Mannschaft: „Die Führungsspieler haben heute wieder versagt!“ Unterstützung erhielt der Stürmer von seinem Trainer, als dieser bei Sky die Auswechslung von Kapitän Robin Koch zur Pause erklärte. „Für einen Führungsspieler war mir seine Leistung heute zu wenig. Das muss ein Führungsspieler auch mal aushalten“, gab Hütter unumwunden zu.
Während Trainer, Torwart und Stürmer vor Wut schäumten, war ein Mann bei der Eintracht um nüchterne Einordnung bemüht: Sportvorstand Markus Krösche. Auch er sprach zwar von einem schlechten Spiel und arbeitete fehlende Aggressivität und Aktivität im Verteidigen als kollektive Schwachstelle der Eintracht heraus. Daran müsse man arbeiten, „kollektiv und individuell“.
Doch versuchte Krösche zu beschwichtigen: „Wir haben eine junge Mannschaft. Das ist eben der Weg, den wir gehen wollen. Wir müssen akzeptieren, dass die Jungs Fehler machen, aber daraus müssen sie dann auch lernen.“
Frankfurt habe wieder seine besten Spieler im Sommer abgeben müssen, zudem einen neuen Trainer mit einer neuen Spielidee. „Das dauert einfach“, erklärte Krösche, „das hat auch etwas mit Geduld zu tun.“ Und die wolle er in jedem Fall aufbringen.

