Die Bundesliga bekommt ihre erste feste Sportvorständin der Geschichte: Kathleen Krüger wechselt vom FC Bayern zum Hamburger SV und wird dort Nachfolgerin von Stefan Kuntz.
Von München nach Hamburg
Für viele ist ein Wechsel zum FC Bayern der nächste große Karrieresprung, Kathleen Krüger dagegen erfüllt ihn sich mit ihrem Abschied: Die 40-Jährige verlässt nach über 20 Jahren die Säbener Straße, um neue Sportvorständin beim Hamburger SV zu werden. Das machte der Bundesliga-Aufsteiger am Dienstag offiziell.
Zuletzt war Krüger beim FC Bayern als Leiterin Organisation und Infrastruktur tätig, in der Branche genießt sie einen hervorragenden Ruf. Beim HSV folgt sie auf Stefan Kuntz, von dem sich der Klub im Januar getrennt hatte. Sie soll die strategische sportliche Ausrichtung vorgeben, Sportdirektor Claus Costa bleibt der entscheidende Mann bei der Kaderplanung.
„Außergewöhnliche Organisations- und Führungsfähigkeiten“
„Mit Kathleen Krüger gewinnt der HSV eine profilierte Persönlichkeit, die über viele Jahre hinweg beim FC Bayern München auf höchstem internationalen Niveau gearbeitet hat“, sagt Michael Papenfuß, Aufsichtsratsvorsitzender der HSV Fußball Management AG. „In 17 Jahren hat sie in einem teils emotionalen Umfeld eines Spitzenklubs Erfahrungen gesammelt, Abläufe mitgestaltet und dabei außergewöhnliche Organisations- und Führungsfähigkeiten bewiesen. Sie vereint sportliche Kompetenz, strategisches Denken und eine hohe Kommunikationsfähigkeit und wird künftig die Gesamtverantwortung für den sportlichen Bereich des HSV tragen. Gemeinsam mit Vorstand Eric Huwer soll sie die strategische Weiterentwicklung des Klubs entscheidend mitgestalten.“
Mit Krüger bekommt die Bundesliga ihre erste feste Sportvorständin. Von 2003 bis 2011 war Katja Kraus als Marketingvorständin beim HSV die erste Managerin auf dieser Ebene und nach der Trennung von Dietmar Beiersdorfer interimsweise auch als Sportvorständin tätig.
„Ich freue mich sehr über das Vertrauen. Es ist ein echtes Privileg, den Hamburger SV, einen der ganz großen Namen im deutschen Fußball, künftig auf sportlicher Ebene entscheidend mitprägen zu dürfen“, lässt sich Krüger zitieren. „Ich habe die positive Entwicklung des Klubs in den vergangenen Jahren mit großer Aufmerksamkeit und hoher Anerkennung für das zuletzt Erreichte verfolgt.“
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Bis zu ihrem Karriereende 2009 mit erst 24 Jahren war Krüger selbst Profispielerin, insgesamt 33-mal lief sie in der Bundesliga für die Bayern-Frauen auf. Danach wurde sie Assistentin des damaligen Sportdirektors Christian Nerlinger, ehe sie 2012 als Teammanagerin übernahm und in dieser Funktion auch regelmäßig in der Coaching Zone zu sehen war. 2024 stieg sie zur Leiterin Organisation und Infrastruktur auf.
Henrik Köncke, Aufsichtsratsmitglied der HSV Fußball Management AG und Präsident des HSV e. V., erklärte mit Blick auf den Auswahlprozess, dass man „über Monate zahlreiche Gespräche geführt und unterschiedliche Profile intensiv geprüft“ habe: „Kathleen Krüger hat in diesem Verfahren menschlich und fachlich überzeugt und mit einem klaren Konzept herausgestochen.“

