Der Kader des VfL Bochum wird in diesem Sommer kräftig umgebaut. Elf Neuzugänge sind schon da, zwei weitere sollen, wenn es nach Trainer Uwe Rösler geht, noch hinzukommen.
Ouro-Tagba als Bonuskraft
Einige VfL-Fans bekamen zuletzt fast Schnappatmung, als sie sahen, wer auf dem Trainingsgelände am Ruhrstadion gegen den Ball trat. Der gebürtige Bochumer Leon Goretzka, der seit seinem Abschied von Bayern München immer noch vereinslos ist, erhielt die Möglichkeit, sich bei seinem Ausbildungsklub fitzuhalten. Allerdings im Einzeltraining und fernab der Mannschaft von Chefcoach Uwe Rösler.
Der wiederum sehnt sich seit Wochen nach einem Spielertyp à la Goretzka – natürlich in der weitaus niedrigeren Preisklasse des VfL. Zwei „Qualitätsspieler“ wünscht sich Rösler noch bis zum Transferschluss in gut zwei Wochen. Den einen für die linke offensive Außenbahn, den anderen für das zentrale Mittelfeld, konkret für den offensiven Part der Doppel-Sechs. Aus dem Kreis der etablierten Spieler steht hierfür nach zahlreichen Abgängen – unter anderem von Francis Onyeka und Matus Bero – einzig Mats Pannewig zur Verfügung. Der aber befindet sich nach einer längeren Verletzungspause noch nicht in Bestform.
Rösler sieht Ouro-Tagba als zentralen Stürmer
Eigengewächs Tom Meyer debütierte zwar beim Auswärtssieg in Braunschweig, doch offensichtlich sieht ihn Rösler noch nicht als gleichwertige Alternative. Ähnlich ist es mit Youngster Alessandro Crimaldi auf der linken Außenbahn.
Dort ist Gerrit Holtmann momentan die erste Wahl, allerdings ist er auch noch nicht ganz fit. Auf dieser Position gäbe der Kader im Notfall zwar noch weitere Optionen her, doch Spieler wie Koji Miyoshi und Christian Rasmussen werden schon auf anderen Positionen gebraucht. Theoretisch könnte auch Mansour Ouro-Tagba vorne links stürmen. Doch Rösler sieht die jüngste Neuverpflichtung eher im Angriffszentrum. Außerdem ist der 21-Jährige vergangene Woche mit Trainingsrückstand in Bochum angekommen, ist also keine Soforthilfe.
„Mir wurde zugesichert, dass dieser Transfer keinen Einfluss auf die zwei Spieler hat, die wir noch holen wollen.“ (Uwe Rösler über Zugang Mansour Ouro-Tagba)
Die Verantwortlichen haben den Offensivallrounder mit einem Vertrag bis 2030 ausgestattet. „Er weiß seinen Körper einzusetzen, ist groß und hat in der 3. Liga nachgewiesen, dass er Tore schießen kann“, kennt Bochums Trainer die Stärken seines neuen Angreifers, der in der vergangenen Saison von 1. FC Köln an die Zweitvertretung des VfB Stuttgart ausgeliehen war. Nach der Rückkehr zu seinem Stammverein fand Ouro-Tagba keine Berücksichtigung mehr. Für Rösler ist er eine Art Bonuskraft, denn: „Mir wurde zugesichert, dass dieser Transfer keinen Einfluss auf die zwei Spieler hat, die wir noch holen wollen.“ Auch Leihgeschäfte sind vorstellbar. Bislang hat der VfL alle elf Neuzugänge fest verpflichtet.
Unabhängig davon könnte sich die ohnehin schon stattliche Zahl von 16 Abgängen weiter erhöhen. Innenverteidiger Philipp Strompf ist auf seiner Position nur noch vierte Wahl, weshalb ihm die Verantwortlichen bei einem Wechselwunsch keine Steine in den Weg legen würden. Darüber hinaus hoffen sie, endlich einen Abnehmer für Ibrahim Sissoko zu finden. Der im vergangenen Sommer verpflichtete Angreifer spielt schon seit der Rückrunde der vergangenen Saison keine Rolle mehr, ist aber noch bis 2027 vertraglich an den VfL gebunden und erhält ein recht üppiges Salär. Dass der 30-Jährige seit Vorbereitungsbeginn vom Mannschaftstraining freigestellt ist, macht die Suche nach einem Abnehmer nicht leichter.

