Borussia Mönchengladbach hat im sechsten Saisonspiel zum sechsten Mal verloren. Aber nicht nur die Niederlage ärgerte Trainer Alexander Blessin, sondern vor allem die Art und Weise, wie die Fohlen sich phasenweise präsentiert hatten.
Gladbach-Coach kritisiert „Angsthasenfußball“
Als die Gladbacher beim Spielstand von 0:1 gegen Hoffenheim den Gang in die Kabine antraten, wurden sie dabei von Pfiffen der Zuschauer im Borussia-Park begleitet. Diese Tatsache wird Alexander Blessin vermutlich nicht gewundert haben, denn der Borussia-Trainer konnte dem Auftritt seiner Mannschaft – vor allem gegen Ende der ersten Halbzeit – überhaupt nichts abgewinnen: „So kriegt man nicht die Fans. In den letzten zehn Minuten der ersten Halbzeit, wenn wir jeden Pass nach hinten spielen, das ist Angsthasenfußball. Das kann nicht sein und das habe ich den Jungs auch gesagt“, sagte Blessin bei DAZN.
Dabei stellte der Trainer zwar klar, dass es nur phasenweise ein schlechter Auftritt seiner Mannschaft war, aber er legte die in diesen Phasen eklatanten Abwehrschwächen offen. Die Gegentore müsse man viel besser verteidigen: „Und da geht es wirklich um die Basics: Wir laufen nach, wir blocken nicht, wir sind nicht am Mann, wir lassen aufdrehen. Die einfachen Dinge, sollte man denken.“ Das ärgere ihn, sagte Blessin. Man könne sich nicht jedes Mal von solchen Nackenschlägen erholen.
„Eine ganz andere Energie“, aber dann wieder das fehlerhafte Verteidigen
Man müsse über Zweikämpfe reden und über Ballverluste, „die einfach dumm sind“. Und über das „mutlose“, denn das 1:2 gegen die TSG sei ein Spiel gewesen, das man eigentlich nicht hätte verlieren müssen. Eigentlich war die Borussia gut aus der Pause gekommen, Blessin sprach von einer „ganz anderen Energie“. Der Ausgleichstreffer fiel bereits in der 49. Minute, doch dann brachten sich die Fohlen durch eine schwache Verteidigungssequenz wieder selbst in die Bredouille.
Kurz vor dem erneuten Führungstreffer für die TSG gab es noch einen kleinen Aufreger im Hoffenheimer Strafraum: Kevin Diks forderte nach einem Zusammenprall mit Oliver Baumann Elfmeter. Blessin sah in dieser Szene aber keinen Fehler des Schiedsrichters: „Das angebliche Foul sehe ich nicht. Das passt, die Entscheidung war absolut in Ordnung.“ Womit er Baumann, der nicht „wüsste, wo da ein Foul ist“, aus der Seele sprach.
Anstatt über den Schiedsrichter zu sprechen, konzentrierte sich Blessin lieber darauf, wie er sein Team in Zukunft zu einer Bundesliga-tauglichen Mannschaft formen könnte. Dafür müssten die entscheidenden Dinge in der täglichen Arbeit „direkt angesprochen“ werden. Und dann werde geschaut, wer da mitzieht: „Duckmäuser brauchen wir nicht. Es gilt dem Druck standzuhalten. Wir müssen schleunigst dahinkommen, wie wir verteidigen wollen.“
Kleindienst fehlt noch mindestens zwei Spiele
Dafür hat der Trainer dann demnächst hoffentlich auch wieder einen einigermaßen vollständigen Kader zur Verfügung. „Das soll jetzt keine Ausrede sein, aber wir hatten wenig Einheiten in der kompletten Mannschaft. Entweder fallen Spieler aus oder waren bei der Nationalmannschaft.“ Auf einen wichtigen Spieler – Kapitän Tim Kleindienst – muss Blessin aber noch mindestens zwei Spiele verzichten: „Er hat eine neue strukturelle Verletzung. Die ist jetzt zwar nicht so groß, aber ich glaube, gegen den VfB wird er noch nicht dabei sein, und im DFB-Pokal wird es auch nicht klappen, denke ich.“

