Für Gladbachs Lukas Ullrich war am vergangenen Spieltag schon nach einer halben Stunde Feierabend. Der 22-Jährige will schnellstmöglich zeigen, dass er es besser kann.
Offene Worte des Gladbacher Linksverteidigers
Die Trainingseinheiten in dieser Woche besitzen für Lukas Ullrich fast ein wenig therapeutischen Charakter. Zurück zur Normalität lautet das Motto nach dem für Ullrich albtraumhaften Auswärtsspiel in Leipzig (0:1) – und klar ist: Nirgendwo besser als auf dem Platz, mit einem Ball am Fuß, lässt sich so ein Erlebnis verarbeiten. Der Linksverteidiger wackelte und patzte am Samstag, er verlor Zweikämpfe und leistete sich einfachste Ballverluste – bis ihn Trainer Eugen Polanski schon in der 33. Spielminute von seiner Aufgabe gegen den wirbelnden Yan Diomande erlöste und vom Platz nahm. Ullrich kämpfte mit den Tränen beim Gang auf die Bank. Und wusste gleichzeitig, dass dem Trainer keine andere Wahl blieb, um Schlimmeres zu verhindern.
„Wir mussten leider wechseln. Die Qualität seines Gegenspielers ist außergewöhnlich gut, aber die Probleme von Lukas waren deutlich, es kam über diese Seite immer wieder zu Durchbrüchen. Dazu ein paar Unforced Errors, als er klar im Ballbesitz war. Für die Mannschaft mussten wir das so machen und wechseln“, hatte Polanski im Anschluss an das Spiel erklärt. Und direkt auch erste Aufbauarbeit geleistet: „Lukas ist ein junger Spieler und muss noch lernen, aber er ist ein guter Junge. Er wird noch wichtig für uns sein.“
Auf links im Zweikampf mit Jens Castrop
Wie der nächste Schritt aussieht, damit Ullrich das Frust-Erlebnis endgültig abhaken kann, bleibt erst einmal offen. Dass sich Jens Castrop, der in Leipzig angeschlagen runter musste, keine ernsthafte Verletzung zugezogen hat und am Sonntag gegen Mainz zur Verfügung steht, eröffnet dem Coach alle Möglichkeiten. Er könnte Ullrich sofort wieder das Startelf-Mandat erteilen und Castrop in einer offensiveren Rolle einsetzen. Oder Castrop auf die linke Schiene schieben, was für Ullrich einen Platz auf der Bank bedeuten würde.
Der 22-Jährige hatte sich noch am Sonntag mit einem starken Statement zu Wort gemeldet. „Gestern war nicht mein Tag. So einen Auftritt habe ich in meiner bisherigen Laufbahn noch nicht erlebt. Ich weiß, dass ich es besser kann, und auch wenn meine Fehler ohne Folgen geblieben sind, ärgert mich meine Leistung sehr“, teilte er auf seinem Instagram-Kanal mit. Und: „Im Fußball und im Leben gehören Fehler dazu, wichtig ist, dass man Verantwortung übernimmt, daraus lernt und wieder aufsteht. Ich werde weiter hart arbeiten und stärker zurückkommen.“
Zeigen, dass es besser geht – Ullrichs nächste Chance könnte schon gegen Mainz kommen.

