Zum Inhalt springen Zur Seitenleiste springen Zur Fußzeile springen

Badstübner verteidigt Gelb für Kimmich: „Es geht um gegenseitigen Respekt“

Sollte Joshua Kimmichs Gelbe Karte wegen seines grundsätzlich richtigen Protests wegen Leipzigs fehlerhaft ausgeführtem Freistoß zurückgenommen werden? Schiedsrichter Florian Badstübner ist dagegen – und auch das Regelwerk ist eindeutig.

Nach vehementen Protesten

Es war an einem ohnehin schon unterhaltsamen Abend ein kurioser Aufreger: Als Florian Badstübner im Bundesliga-Eröffnungsspiel zwischen Bayern und Leipzig in der 66. Minute ein Tor der Gäste zum vermeintlichen 1:4 gab, sah sich der Referee nur Momente später heftigen Protesten von Münchens Joshua Kimmich ausgesetzt.

Gerade erst sei die routinemäßige Überprüfung durch den VAR angelaufen, schilderte der Unparteiische den Ablauf bei Sky, da „ging diese Demonstration los, kann man fast schon sagen. Joshua Kimmich kam sehr, sehr hart zu mir und hat mich angeschrien. Da wusste ich zunächst gar nicht, was er von mir möchte.“

Wie sich schließlich aufklärte, hatte Leipzig Castello Lukeba in der Entstehung den Freistoß nicht ordnungsgemäß ausgeführt, sondern ist mit dem Ball einfach selbst losgedribbelt. Ein Regelverstoß, den Badstübner („Das habe ich noch nie erlebt“) später auch durch den eigentlich in diesem Fall nicht erlaubten Einsatz des VAR korrigierte.

Doch hätte der Unparteiische damit nicht auch die Gelbe Karte für Kimmich hätte zurückgenommen müssen? Indirekt räumte Badstübner ein, dass Kimmich das Gespann wohl erst auf die Idee gebracht habe, das bei diesem Tor etwas falsch lief. „Ich wusste zunächst gar nicht, was er von mir möchte“, wiederholte der 34-Jährige. „Dann war er etwas ruhiger und meinte, dass es bei der Freistoßausführung einen Fehler gab. Er hat nicht gesagt, dass er (Lukeba; Anm. d. Red.) gedribbelt hat oder so.“

  • Pro & Contra: Der DFB muss Kimmichs Gelbe Karte streichen (k+)
  • Wie der VAR Badstübner in München rettete – ohne es zu dürfen

Daraufhin habe Badstübner  „im Team – im ganzen Team – nochmal nachgefragt, ob diese Ausführung korrekt war. Und dann habe ich eben ein ‚Nein‘ gehört“, erklärte der Referee, der den Treffer nach demonstrativer Rücksprache mit seinem Assistenten an der Seitenlinie dann auch „im Sinne des Fußballs“ zurücknahm.

Die Gelbe Karte für Kimmich allerdings soll auch weiterhin Gültigkeit haben, die Chancen auf eine Rücknahme sind eher gering. Auch bei regulären VAR-Eingriffen werden nur bei taktischen Vergehen Gelbe und Rote Karten annulliert, die nach dem nachträglich geahndeten Ereignis gezeigt wurden.

„Wenn er mir das einfach ein bischen ruhiger vermittelt hätte …“

„Natürlich bleibt sie bestehen, sonst könnte man immer protestieren beim Schiri. Und wenn man recht hat, kommt sie weg. Es geht um den gegenseitigen Respekt“, betonte auch Badstübner. „Wenn er mir das einfach ein bisschen ruhiger vermittelt hätte – er hat ja dann auch noch ein bisschen Stress mit den Leipzigern gemacht -, dann glaube ich, hätten wir es ein bisschen schneller gehabt. Es war eins drüber. Da müssen wir das Bild des Fußballs wahren.“

Eine Argumentation, die im Übrigen auch Tobias Stieler am Sonntag nach dem Spiel zwischen Mainz und Köln anführte. Badstübners Kollege hatte Mainz-05-Coach Bo Henriksen wegen Meckerns die Gelbe Karte gezeigt und später erklärt: „Die Frage ist: Wie weit können wir solche Emotionen zulassen? Kontrollierte Emotionen schon, ja, aber dieses Abwinken, dass wollen wir halt einfach nicht mehr sehen.“

Kimmich selbst sah es übrigens ähnlich: „Ich hätte mir wahrscheinlich auch Gelb gegeben, weil ich relativ hartnäckig geblieben bin.“

Hinterlasse einen Kommentar

0.0/5