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Wie sonst nur Harry Kane: Krauß‘ besondere Rolle beim 1. FC Köln

Beim 5:0-Triumph des 1. FC Köln im Pokal überragen nicht nur die Stürmer, sondern auch Mittelfeldspieler Tom Krauß. Der 26-Jährige nimmt dabei eine Sonderrolle ein, die sogar an den Bayern-Stürmer erinnert.

Lob von Trainer und Kollegen

Der Pass war gar nicht so schlecht. Unions Tom Rothe suchte im Spielaufbau Woo-Yeong Jeong, spielte in die Mitte – und machte die Rechnung ohne Tom Krauß. Schon vor der Ballabgabe orientierte sich Kölns Mittelfeldspieler in Richtung seines Gegenspielers, sprintete nach vorn und fing den Ball ab. Ein perfekter Umschaltmoment, der die Berliner auf dem falschen Fuß erwischte: Sekunden später schoss Said El Mala zum Führungstreffer ein. Es war der Auftakt des spektakulären 5:0-Erfolgs in der zweiten Runde des DFB-Pokals.

Seit Wochen in guter Form

Eingeleitet wurde der Sieg am Dienstagabend von Krauß. Der 25-Jährige gehörte zu den überragenden Kölnern auf dem Platz, nicht nur in dieser Szene. Mehr als seine 86 Ballkontakte verzeichnete kein Teamkollege, 92 Prozent seiner Zuspiele kamen an und 60 Prozent seiner Zweikämpfe waren erfolgreich. „Er macht eine super Entwicklung durch und ist überall einsetzbar“, lobte Teamkollege Joel Schmied: „Er haut sich immer rein, egal in welche Position.“

Bereits seit Wochen spielt Krauß in guter Form auf. Unter Trainer René Wagner entwickelte sich der 25-Jährige vom Ergänzungsspieler zur unumstrittenen Führungskraft auf dem Platz. Das liegt auch an der besonderen Rolle, die Krauß zukommt.

Denn gegen Union agierte er als hybrides Bindeglied zwischen Defensive und Mittelfeld. Bei Kölner Ballbesitz rückte Krauß meist ins Zentrum vor, schob als Teil der Doppelsechs neben Paul Okon-Engstler den Aufbau an und gab den Dirigenten. Gegen den Ball aber kippte Krauß eine Reihe nach hinten, links neben Innenverteidiger Jahmai Simpson-Pusey. So ergab sich eine Dreierkette, in der Krauß den linken Part übernahm – inklusive aggressiver Vorstöße wie vor dem Führungstreffer.

Der Spielmacher in der letzten Reihe

„Er war in einer etwas veränderten Rolle“, bestätigte Wagner, der seine Allzweckwaffe lobte: „Ihn kannst du gefühlt auf dem Platz überall hinstellen und er wird immer sein Herz da lassen.“ Besonders offenbar in der neuen Rolle, denn für den linken Halbraum in der Defensive hat Krauß ein gutes Gefühl. Schon in der vergangenen Saison probierte ihn Ex-Coach Lukas Kwasniok als Linksverteidiger aus. Nun überzeugte Krauß in ähnlicher Rolle – und erinnerte in der Ausgestaltung als Spielermacher in der letzten Reihe sogar zeitweise an Bayern-Stürmer Harry Kane.

„Wenn er den Ballon d’Or gewinnt, muss er einen ausgeben“, scherzte Schmied, gleichwohl endet Krauß‘ Zuständigkeitsbereich bislang im Mittelfeld – anders als bei Kane. Doch die Richtung stimmt, auch dank der besonderen Rolle des umtriebigen verkappten Spielmachers. „Wir haben die Null zum zweiten Mal gehalten, das gibt Aufwind“, lobte Wagner und schloss: „Wir wissen, dass wir an den richtigen Themen arbeiten.“

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