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Auffällige Laufwerte: Stuttgarts Tücken im Konzert der Großen

Nur ein Sieg aus einem komplizierten Auftaktprogramm, das ist kein Drama für den VfB Stuttgart. Auffällig aber ist: Sebastian Hoeneß‘ Team tat sich zuletzt erstaunlich schwer, gegen die Großen der Liga zu gewinnen. Woran liegt das?

„Ordentlich und okay reichen nicht“

Eins vorneweg: Aus einem Startprogramm beim FC Bayern (1:5), gegen den 1. FC Köln (4:1), bei der TSG Hoffenheim (1:2) und gegen eine effiziente, erwachsene und defensiv enorm stabile Dortmunder Borussia (0:1) mit nur einem Sieg dazustehen, ist für einen VfB Stuttgart keine Schande. „Wir werden das nicht kleinreden, wir nehmen das ernst, aber wir werden auch nichts dramatisieren“, ordnet Sportvorstand Fabian Wohlgemuth den missglückten Auftakt in die noch junge Saison sauber ein. „Natürlich haben wir uns eine andere Tabellensituation vorgestellt, aber wir haben die Spiele so gestaltet, dass ich mir sicher bin, dass wir uns hocharbeiten werden.“

Zuletzt nur ein Sieg in den Duellen mit den Top 4

Dennoch sind natürlich die Ansprüche ob der starken Platzierungen und wiederkehrenden Qualifikationen für Champions respektive Europa League unter Erfolgstrainer Sebastian Hoeneß selbstverständlich gewachsen. Der VfB misst sich nicht mehr mit Werder Bremen oder einem FC Augsburg – das ist gar nicht despektierlich gemeint -, sondern sieht sich naturgemäß als Herausforderer der Großen: Bayern, BVB, RB Leipzig und Bayer 04 Leverkusen.

Und das ist gerade die Krux in Cannstatt: Gegen die Topteams der Liga sahen Deniz Undav, Ermedin Demirovic & Co. zuletzt nicht gut aus. Generell ist die Bilanz der Schwaben gegen dieses Quartett in den vergangenen drei Spielzeiten ausgeglichen (je elf Siege und elf Niederlagen bei zehn Remis). In der jüngeren Vergangenheit aber mehrten sich die Pleiten: Aus den letzten fünf Spielen gegen die (gefühlte) Spitze der Liga sprang nur ein Dreier heraus am 33. Spieltag der Vorsaison beim 3:1 gegen Leverkusen, ansonsten setzte es vier Niederlagen. Erwartbare Tücken im Konzert der Großen.

Qualitativ muss sich der VfB auch vor dem BVB nicht verstecken

Ob das Ganze einen Trend darstellt, wird man sehr genau beobachten müssen im Ländle. „Das tut weh“, gestand Hoeneß nach der Niederlage gegen den BVB, fand aber gerade für die Defensivleistung auch lobende Worte für seine Schützlinge: „Ich habe auch in diesem Spiel nicht gesehen, dass wir zwingend die schlechtere Mannschaft waren. Trotzdem müssen wir sagen: In einem Topspiel reichen ordentlich und okay nicht.“

Ein Ansatz, so schlicht wie zutreffend. Für die XXL-Länderspielpause könnte das Thema sein, wie viel seine Schützlinge wirklich in die Waagschale geworfen haben. Sowohl in München (3,2 Kilometer weniger) als auch in Hoffenheim (1,3 km) und nun gegen Dortmund (1,9 km) lief der VfB marginal weniger. Gegen Köln dagegen, also beim bis dato einzigen Ligasieg, spulten die Stuttgarter ein höheres Laufpensum ab als der Kontrahent, gut 2,8 Kilometer mehr riss der Champions-League-Teilnehmer da ab.

Vor diesem Hintergrund könnte eine Rückbesinnung auf die Basics ein Hauptschlüssel sein, um im Konzert der Großen wieder eine andere Rolle als zuletzt zu spielen. Rein qualitativ nämlich, auch das zeigte der Samstagabend, muss sich der VfB auch vor einem bis dato makellosen BVB nicht wirklich verstecken.

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