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Der Bayern-Plan gegen den FC Bayern

Vorübergehend winkt dem FC Bayern am Freitag die Tabellenführung. Oder wird es auch gegen Union Berlin knifflig?

Wie geht es Union in München an?

Ganz munter muss es zuletzt im Training des FC Bayern zugegangen sein, vielleicht sorgen die etwas kälteren Temperaturen ja auch buchstäblich für etwas mehr Zug in den Einheiten. Luis Diaz und Serge Gnabry trafen sich zum Beispiel am Dienstag noch zu einer kleinen Extra-Session für Torabschlüsse, was bei einem wieder Normalität werden soll und beim anderen gerade gebraucht wird.

Gnabry fühlt sich bereit fürs Comeback, nachdem er in Elversberg bereits wieder auf der Bank Platz genommen hatte. Läuft alles normal, wird er am Freitag gegen Union Berlin nach fünf Monaten Verletzungspause seine ersten Saisonminuten sammeln.

Luis Diaz dagegen präsentierte sich zuletzt ähnlich verschwenderisch vorm Tor wie eigentlich vor genau einem Jahr, als er zum Start in seine Bayern-Zeit zwar viele Tore erzielte, aber viele eben auch nicht. Jetzt hat er selbst einen Treffer gegen die Berliner angekündigt, und wenn es nach den jüngsten Eindrücken von Trainer Vincent Kompany geht, könnte das auch klappen: „Er hat im Training wahnsinnig viele Tore gemacht. Das war eine gute Woche für ihn.“

Mit einem Sieg gegen Union würde der deutsche Meister zumindest vorübergehend wieder an die Tabellenspitze springen und dann da stehen, wo er sich selbst natürlich am liebsten sieht. Und gemessen an der Ausgangslage erscheint alles andere als ein (hoher) Heimsieg doch sehr unwahrscheinlich. Hier die Bayern, die aktuell Spieler wie Gnabry, Jamal Musiala oder Joshua Kimmich einwechseln. Da Union, das aus drei Ligaspielen unter Trainer Mauro Lustrinelli einen Punkt und zehn Gegentore mitgenommen hat, in 14 Anläufen noch nie gegen den Rekordmeister gewinnen konnte und seit fünfeinhalb Jahren auf ein eigenes Tor in München wartet.

Natürlich ändert die jüngere Historie für Trainer Kompany nichts an der Spielvorbereitung, fragen darf er sich aber trotzdem, was genau er nun für einen Gegner erwarten darf beziehungsweise was für einen Matchplan. Union möchte unter Lustrinelli mehr Fußball spielen, hat auf eine Viererkette umgestellt, und bis jetzt ging diese Rechnung noch nicht auf. Ob die Berliner ihrer Herangehensweise deshalb treu bleiben oder sich doch lieber etwas tiefer positionieren? Mauern, wie das in Fußball-Deutsch ja auch genannt werden darf.

Von Schalke und Bodö wurde Kompany offenbar überrascht

Kompany beschäftigt sich nicht zum ersten Mal mit dieser Frage. Schon gegen Schalke und Bodö/Glimt hatte der Belgier „ich weiß nicht, wie viele Spiele“ zur Vorbereitung angeschaut, nur um dann im Spiel festzustellen, dass „sie auf einmal mit einem total anderen Gameplan gekommen“ waren. Schalke stand tief, Bodö ebenso. Und tatsächlich waren die Bayern in drei aufeinanderfolgenden Spielhälften torlos geblieben.

„Wir sind es gewohnt“, sagt Kompany. Also nicht die kurze Durststrecke, sondern „dass Mannschaften sich einen Bayern-Plan erarbeiten“. Also eine Herangehensweise, die einzig und allein der geballten Offensivpower und individuellen Klasse des Titelverteidigers gewidmet ist und im nächsten Spiel vielleicht schon wieder über den Haufen geworfen wird. Siehe Schalke, das sechs Tage nach dem 0:0 gegen Bayern bei Union immerhin 19 statt vier Torschüsse zustande brachte – und sogar drei Tore.

Aber, und da grenzt Kompany nach der jüngsten Erfahrung etwas ein, „es ist auch möglich, was Elversberg gemacht hat“. Soll heißen: „Die haben einfach so weitergespielt wie in der 2. Liga. Was die vorhatten, haben die einfach weitergemacht. Und das war nicht schlecht für die.“ Wenngleich die Bayern natürlich auch beim Aufsteiger ein deutliches Übergewicht und die Vielzahl an Torchancen hatten. „Deswegen ist es als Trainer immer so ein bisschen dieses Fingerspitzengefühl, die Geschichte zu verstehen“, findet Kompany.

Kompany versichert: „Wir sind vorbereitet“

Was für diesen Freitag bedeutet – oder bedeuten kann: „Wenn wir Union in den vergangenen Jahren sehen, dann kann ich verstehen, dass das jetzt ein großer Umbruch ist, aber die haben einen erfolgreichen Trainer geholt, der wahrscheinlich sehr klare Ideen hat. Also ich glaube, dass dieses Selbstvertrauen in seine Fähigkeiten auch einen Impact auf seine Entscheidungen für dieses Spiel haben wird.“

Für die Bayern spielt es letztlich keine zentrale Rolle, ob der Gegner mit einer etwas destruktiveren Herangehensweise anrückt und ob er mit einer Vierer- oder Fünferkette spielt. „Egal was passiert, wir sind vorbereitet auf die Umstellung eines Gegners. Das ist für uns kein Thema.“ Und wenn dann auch noch Luis Diaz wieder trifft!

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