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Engelhardts Duell mit Matanovic: „Bei St. Pauli oder Frankfurt hätte ich ihn Igor gegeben“

Gleich zwei Freiburger Doppelpacker konkurrierten beim 5:0 gegen Gladbach um den neuen Man-of-the-Award der Bundesliga. Abstimmungssieger Yannik Engelhardt flachste mit Igor Matanovic, den der kicker einen Tick besser bewertete, und erzählte, warum sich seine Frau freut und worauf es bei der Integration ins SC-Team ankommt.

Der „Man of the match“ über die Integration beim SC

Beim kicker gibt es traditionell den Spieler des Spiels und den Spieler des Tages. Beide Auszeichnungen gingen nach dem Freiburger 5:0-Kantersieg gegen Gladbach am 3. Spieltag an SC-Stürmer Igor Matanovic, der neben seinem Doppelpack mit großem (Pressing-) Einsatz und einer herausragenden Zweikampfquote von 78 Prozent auf ganzer Linie überzeugte und dafür die kicker-Note 1,0 bekam.

Knapp dahinter: Sommerzugang und Rückkehrer Yannik Engelhardt mit der kicker-Note 1,5. Der Sechser erzielte ebenfalls zwei Tore, hatte eine ähnlich starke Zweikampfquote (73 Prozent) und dazu eine hohe Passgenauigkeit vorzuweisen (92 Prozent).

Matanovics erster, selbst via Doppelpass mit Matthias Ginter eingeleiteter und per Direktabnahme über den Innenpfosten verwandelter Treffer hatte Weltklasse-Format. Beim zweiten, per Kopf erzielten Tor bewies er mit gutem Laufweg seinen Torriecher.

Fan-Abstimmung unterscheidet sich von kicker-Bewertung

Engelhardts zweites Tor war ebenfalls anspruchsvoll: gute Annahme eines ähnlichen Ginter-Zuspiels vor dem Strafraum und satt mit dem schwächeren linken Fuß unten im Eck versenkt. Beim 1:0 profitierte Engelhardt allerdings von einem Patzer von Moritz Nicolas, konnte nur deshalb ins leere Tor köpfen, weil sich sein Gladbacher Ex-Kollege beim Herauslaufen komplett verschätzt hatte. Vor allem auch die qualitative Bewertung der Tore gab den knappen Ausschlag pro Matanovic.

Die Fans, die beim Man-of-the-Match-Voting in der Bundesliga-App teilnahmen, sahen das jedoch anders. Sie stimmten bei der ab der 86. Minute bis Schlusspfiff möglichen Abstimmung – zur Wahl steht eine Shortlist von sechs Kandidaten, die in puncto Spieldaten am meisten herausragten – mehrheitlich pro Engelhardt.

Auch der Gegner spielt eine Rolle für Engelhardt

„Ich habe mit Igor schon gescherzt“, sagte Engelhardt am Samstag mit dem Award in der Hand, der zu dieser Saison mit der Rückkehr des Adidas-Spielballs von der Bundesliga neu eingeführt wurde: „Ich hätte es Igor gegönnt, er aber auch mir, und dann haben wir gesagt, am Ende teilen wir es. Er schießt halt noch mal einen Doppelpack mehr als ich, deshalb geht das in Ordnung.“

Ein zusätzlicher weicher Faktor pro Engelhardt: Der Gegner. Vorige Saison absolvierte der Mittelfeldspieler als Leihgabe aus Como seine ersten 31 Bundesliga-Spiele für Gladbach: „Es ging ja auch gegen meine Ex-Kollegen, die Partie steht auch noch auf dem Ball drauf. Bei St. Pauli oder Frankfurt hätte ich ihn Igor gegeben. So nehme ich ihn mit“, erzählte Engelhardt schmunzelnd vom Duell mit seinem Teamkollegen.

Der Award wird im Hause Engelhardt einen Ehrenplatz bekommen. „Meine Frau wird das machen, die ist für die Deko zuständig“, berichtete Engelhardt von einer in diesem Punkt klassischen Rollenverteilung: „Sie hat sich schon gefreut, als sie gesehen hat, dass es jetzt Man-of-the-Match-Awards gibt. In der Serie A gab es das auch, da habe ich schon einen geholt mit Como. Der neue wird sich gut einfügen.“

Bestens eingefügt hat sich auch Engelhardt in das eingespielte, gerade sehr erfolgreich funktionierende Freiburger Kollektiv – wie auch der aus Bremen gekommene Torwart Mio Backhaus. Machen es die klaren Abläufe und Anforderungen im Team von Julian Schuster leichter, sich so schnell einzufinden? „Ja und nein“, findet Engelhardt und verweist auch entscheidende Unterschiede: „Man sieht ja auch oft, dass viele Neuzugänge hier vielleicht eine Saison brauchen, um dann erst zu performen. Gerade wenn man vielleicht nicht die Sprache kann und eine andere Liga kennt.“

Eine zutreffende Beobachtung, wie man etwa am Beispiel des 2025er Zugangs Cyriaque Irié, der zuvor nur die 2. und 3. französische Liga kannte und weder Deutsch noch Englisch sprach, sehen kann. Oder aktuell am Japaner Rihito Yamamoto, der vorige Saison bei St. Truiden in Belgiens Eliteklasse überzeugte, sich körperlich aber erst an die SC-Intensität gewöhnen muss, deshalb noch nicht für das Profiteam aufgelaufen ist und gerade über Spielpraxis im U-23-Team herangeführt wird.

Wie Backhaus hatte Engelhardt schon eine Saison als Bundesliga-Stammkraft hinter sich und keine Sprachbarriere zu überwinden. „Ich glaube, dann ist es als deutschsprachiger Spieler ein Stück weit einfacher. Aber man sieht, dass der SC intensiv und lauffreudig spielt, das musst du erst mal adaptieren, wenn du es nicht kennst.“

„Er bringt eine große Offenheit mit und auch eigene Ideen mit rein.“ (Julian Schuster über Engelhardt)

Die Freiburger Arbeitsweise war Engelhardt zudem durch seine Zeit bei der Freiburger U 23 in der 3. Liga (2021-2023) vertraut. „Wenn du ein paar Basics kennst, kannst du dich gut einfügen, weil das Grundgerüst steht. Aber es kann bei den Abläufen auch schwierig sein. Da brauchen manche länger, bei anderen geht es schneller.“

Wie bei Engelhardt, lobt auch Schuster, der ihn in dessen erster SC-Zeit als Verbindungstrainer eng begleitet hatte: „Für Yannik waren die Abläufe und Prinzipien am Anfang ein Stück weit neu. Aber, was wir schon von früher von ihm kannten: Er kann die Dinge sehr schnell anpassen und umsetzen. Das ist das Schöne an ihm, er bringt eine große Offenheit mit und auch eigene Ideen mit rein, genau diese Mischung macht es dann eben.“

Eine Mischung, durch die Engelhardt schnell eine wichtige Rolle beim aktuellen Tabellenführer eingenommen hat – und sich sogar schon mit dem Torjäger in Topform um individuelle Auszeichnungen duelliert.

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