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Wie im Drehbuch: Rückkehr, Romantik – und Resilienz

Angeführt von Niclas Füllkrug und auch Eren Dinkci weckt der SV Werder Bremen große Emotionen und liefert eine entsprechende Reaktion auf erste kleine Zweifel.

Füllkrug und Dinkci bei Werder

Barfuß schritt Niclas Füllkrug durch die Mixed Zone. „Wie immer“, sagte er: „Ich muss dann schnell raus aus den Schuhen, weil sie drücken.“ Und kurz bevor der Angreifer des SV Werder Bremen seine Arbeitsgeräte loswerden konnte, bei der Auswechslung in der 74. Minute, wurde es einmal mehr so richtig stimmungsvoll im Bremer Weserstadion.

Allein: Die Dezibelschwelle aus Minute 68 wurde am Osterdeich nicht erneut überschritten. Was da los war, als Füllkrug das zwischenzeitliche 2:0 auf dem Weg zum 3:1-Sieg gegen RB Leipzig erzielte, als sein Name gleich dreimal in voller Lautstärke die Kehlen von fast 40.000 Stadiongängern verließ, das hinterließ nicht nur beim 33-Jährigen selbst ein „unwirkliches Gefühl: Es ist schon verrückt.“

Füllkrug: „Es ist leider doch noch mal emotionaler“

Auch Füllkrug kam es so vor, als seien die Ereignisse in seinem ersten Heimspiel nach der Rückkehr zu Werder und insgesamt dreijähriger Absenz wie „vorhergeschrieben“ gewesen – dieses „emotionale, besondere und für mich auch wahnsinnig schöne Tor“ direkt vor der Bremer Ostkurve. Wie im Drehbuch also.

Wie sehr hat der Stürmer Momente wie diese vermisst – in Dortmund, in London, in Mailand? „Ja, es ist komisch und ich habe auch gespürt, dass es dann leider doch nochmal deutlich emotionaler ist als irgendwo anders.“ Und das Wort „leider“ belegte eben auch, dass Füllkrug aktuell wieder für jenen Klub spielt, für den er das nun mal schlicht am allerliebsten tut.

Thioune über die „Fußballromantiker“

Denselben Eindruck vermittelte indes auch Eren Dinkci, der bei seiner Startelfpremiere nach der Rückkehr aus Freiburg überhaupt seinen ersten Werder-Treffer im Weserstadion erzielte. „Für alle Fußballromantiker hätten wir das Buch da schon zuschlagen können“, befand Werder-Cheftrainer Daniel Thioune: „Eren hat getroffen, Fülle hat getroffen …“

Dinkci küsste anschließend gar das Vereinslogo – und wählte ebenfalls Worte, die man ihm wie bei Füllkrug wirklich abnehmen konnte: „Es ist ein Traum für mich selbst in Erfüllung gegangen, ich habe lange darauf gewartet.“ Die beiden Rückkehrer lenkten die Partie letztlich mit ihren Treffern in Richtung des ersten Saisonsiegs – aber auch mit ihrer Hingabe, die sie für alle anderen Werder-Profis vorlebten. Und der Rest zog diesmal nach.

Füllkrug: „Am Ende musst du es akzeptieren“

Füllkrug legte mit einer Grätsche als seiner ersten Aktion direkt die Bremer Gangart fest, die etwa auch RB-Profi David Raum nach dem Spiel als „Männerfußball“ herausstellte. Der Stürmer warf sich in jeden (Luft-)Zweikampf, er rannte, er coachte – war der Anführer, der er sein soll. Und er sprach von „Resilienz“, die es für Werder in dieser Saison bedürfe, um sich immer wieder gegen Schwierigkeiten zu stemmen, wie ja gerade erst zuletzt.

Nach dem 1:4 in Freiburg, nach dem Ausfall von Jens Stage und Justin Njinmah und nach einer vermeintlich schwachen Transferperiode waren ja erste kleine Zweifel aufgekommen, blies der öffentliche Gegenwind am Osterdeich bereits kräftig – doch die Bremer zeigten eine Reaktion: „Am Ende musst du es akzeptieren“, sagte Füllkrug: „Und diesmal hat man gesehen, dass wir mit großem Willen und großer Energie diese Widerstände brechen können.“

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