Am Mittwochvormittag machte der Hamburger SV die Leihe von Leeds-Verteidiger Sebastiaan Bornauw perfekt, am Nachmittag trainierte der belgische Innenverteidiger mit Bundesligaerfahrung erstmals mit den neuen Kollegen.
Kaltstart im Pokal durch Omari-Verletzung
Der neue Boss gibt ein ganz und gar anderes Erscheinungsbild als sein Vorgänger Luka Vuskovic – und doch eint den alten und neuen Abwehr-Chef des Hamburger SV eines: Auch den Belgier mit dem langen, blonden Haar umgibt eine gewisse Aura, wenn er die Treppe vom Kabinentrakt im Volksparkstadion zum Trainingsplatz hinabsteigt. Mittwochnachmittag ist der 27-jährige frühere Kölner und Wolfsburger diesen Weg erstmals gegangen. Mit dem Ziel, dass es fortan wieder bergauf geht in einer Karriere, die ins Stocken geraten ist.
Bosse sind von den Anführer-Qualitäten überzeugt
Hamburgs Macher trauen Bornauw nicht nur zu, dass er an der Elbe, ähnlich wie in der Vorsaison Albert Sambi Lokonga und Fabio Vieira, wieder sein einstiges Niveau erreichen kann, sie halten ihn vor allem auch für fähig, die größtmögliche Lücke im Kader zu schließen. Vuskovic hatte in der Vorsaison sämtliche sportlichen Erwartungen übertroffen, präsentierte sich mit seiner Präsenz, individuellen Klasse und überdies sechs Treffern als ein Verteidiger, der weit über dem Niveau eines Aufsteigers lag.
Hamburgs Entscheider waren sich von vornherein darüber im Klaren, dass sie keinen Eins-zu-eins-Ersatz für den 19-jährigen Kroaten verpflichten werden können. Dennoch sind sie von einem guten Fang überzeugt, dokumentiert wird dies auch von einer Kaufoption, die im Leihvertrag mit Leeds United ausgehandelt ist und die knapp unter fünf Millionen Euro liegen soll.
„Mit seiner Persönlichkeit ist Sebastiaan für jede Kabine ein großer Gewinn und passt hervorragend in unser Mannschaftsgefüge“, sagt Sportvorständin Kathleen Krüger und macht deutlich, dass der Neue als potenzieller Boss kommt. Er soll nicht nur die zentrale Position in der Dreierkette von Vuskovic übernehmen, sondern auch dessen Rolle. „Er soll eine führende Position einnehmen und seine Mitspieler durch seine Coachingkompetenz noch besser machen.“
Auch Sportdirektor Claus Costa unterstreicht jene Fähigkeiten, die außerhalb des Rasenrechtecks liegen: „Sebastiaan ist ein führungsstarker Spieler, der auf und neben dem Platz Verantwortung übernimmt.“ Und vor allem eines zu leisten vermag: „Er kann eine Abwehr organisieren.“ Klar scheint: Er wird dies schon beim Pflichtspielstart am kommenden Montag im Pokal beim SC Verl (18 Uhr, LIVE! bei kicker) tun.
Omari fehlt zwei Wochen, Bornauw ist direkt gefordert
Ein Grund für den Kaltstart des Neulings ist: Warmed Omari wird wegen einer Schulterverletzung sowohl die Pokalpartie als auch den Ligastart in Dortmund verpassen. Der Innenverteidiger läuft zwar bereits wieder und wird konservativ behandelt, fehlt aber noch zwei Wochen. Der Vorteil bei Bornauw: Für Leeds United hat er die komplette Vorbereitung bestritten, hat körperlich also ähnliche Voraussetzungen wie seine neuen Kollegen. Die Hamburger Dreierkette der Zukunft wird schon ab dem ersten Pflichtspiel aus dem Belgier, Nicolas Capaldo und Jordan Torunarigha bestehen. Das ist noch ein Unterschied zu Vuskovic: Der debütierte in der Vorsaison erst am dritten Spieltag.

