Der zentrale Mittelfeldspieler soll mehr Verantwortung übernehmen. Ab dem Saisonstart vielleicht auch als neuer Kapitän von Union Berlin.
Union-Trainer vom Eigengewächs angetan
Die Vorbereitung läuft für Union Berlin noch nicht nach Plan. So gibt es angeschlagene Spieler im Kader und zudem enttäuschten die Eisernen bei den zurückliegenden beiden Partien in Chemnitz (1:1) und Jena (0:2). „Physisch war der Gegner überlegen, wir verlieren zu viele Bälle. Wir versuchen, höher zu pressen. Aber wenn die Zuordnung dabei nicht passt, schaut man schlecht aus und man wird am Ende oft bestraft“, sagte Christopher Trimmel zur ersten Testspielpleite.
Khedira verweilt noch im Urlaub
Eigentlich trägt der Österreicher die Kapitänsbinde. Doch unter dem neuen Trainer Mauro Lustrinelli ändert sich nicht nur die Formation und die Spielweise, sondern scheinbar auch die Hierarchie im Team. So führte Eigengewächs Aljoscha Kemlein bis dato in allen vier Partien die Unioner als Kapitän auf den Platz. „Ich glaube, dass er diese Rolle ausfüllen kann. Wir haben das ganz klar besprochen mit dem Team. Aber auch mit Christopher Trimmel geredet, dass Joschi dieses Jahr den nächsten Schritt machen kann. Die Kapitänsbinde ist sicher ein Signal in diese Richtung. Und ich muss sagen, er hat das in den Testspielen gut gemacht“, betonte der Schweizer.
In dem von Lustrinelli präferierten 4-2-2-2 agierte Kemlein mit entweder Schäfer oder Haberer auf der Doppelsechs. Als Kapitän übernahm er nun mehr Verantwortung auf dem Platz und dirigierte seine Mitspieler aus dem Zentrum heraus, was sonst bisher immer die Aufgabe von Rani Khedira gewesen war, der nach seiner Teilnahme an der Weltmeisterschaft noch im Urlaub verweilt. Jedoch steht noch jede Menge Arbeit vor Kemlein und Co., weil insbesondere in der Mitte beim nun höheren Pressing noch zu große Lücken aufklafften.
Kemlein muss noch mutiger werden
Doch die Vorbereitung dauert schließlich noch lange genug. Aber beim ersten Pflichtspiel im DFB-Pokal bei Eintracht Braunschweig am 23. August kann es tatsächlich sein, dass eine lange Ära vorbeigeht und nicht mehr Trimmel, sondern Kemlein dann auch bei einem Pflichtspiel die Binde am Arm trägt. Union Berlin hatte angekündigt, mehr auf Talente und die eigene Jugend zu setzen. Doch im Vergleich zur Vorsaison muss sich Kemlein noch gehörig steigern, damit er als Leader auch vorweg gehen kann.
Denn der 21-Jährige hat eine Spielzeit mit Höhen und Tiefen (kicker-Notenschnitt von 3,73) hinter sich. Ihm fehlt noch die nötige Konstanz. Außerdem traut sich der zentrale Mittelfeldakteur mit dem Ball noch zu wenig zu, spielt oftmals den Sicherheitspass anstatt ein risikoreicheres Zuspiel zu wählen, wobei er mehrere Gegenspieler überspielen könnte. Die technischen Fähigkeiten dazu hat er eigentlich in seinem Repertoire. Hinzu kommt, dass er an seiner Effizienz im letzten Drittel arbeiten muss. In 47 Bundesligaspielen ist Kemlein bisher nur ein Treffer gelungen …

