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Batista Meier: Zwölf Minuten Bundesliga für den Aufsteiger

Ein vielseitiger Offensivakteur nach typischem Beuteschema, dazu ein „Wander-Spezialist“ in Handschuhen – SCP-Geschäftsführer Sport Sebastian Lange schließt in dieser Woche zwei wichtige Kaderbaustellen.

Typischer Paderborn-Transfer und doch etwas anders

Der Mann erfüllt in vielerlei Hinsicht die Kriterien, die sich der SC Paderborn 07 bei der Personalpolitik gesetzt hat. Mit Oliver Batista Meier ist der Aufsteiger wieder nach typischem Beuteschema erfolgreich gewesen, holt einen Spieler, der in Deutschland ausgebildet wurde und in höchsten Jugend- und Amateurklassen die ersten Karriereschritte machte, denen nun der Sprung in die Bundesliga folgen soll.

Nach seiner Jugendzeit in Kaiserslautern und beim FC Bayern spielte der inzwischen 25-Jährige vornehmlich für die „Zweite“ des Rekordmeisters in der Regionalliga und 3. Liga – mit einer Ausnahme vor gut sechs Jahren: Am 30. Mai 2020 kam der deutsche Juniorennationalspieler mit brasilianischen Wurzeln zu einem Kurzeinsatz für die Münchner. Zwölf Minuten Bundesliga-Einsatzzeit nach seiner Einwechslung beim 5:0 gegen Düsseldorf stehen seither in seiner Vita.

Ein kurzes Verweilen zwischen den Münchner Stars, zu Corona-Zeiten vor leeren Rängen, denen nun weitere Highlights, unter anderem in einer stets vollbesetzten Paderborner Arena, folgen sollen. „Starke Technik, Spielübersicht und Passqualität“, nennt Paderborns Sebastian Lange als Vorzüge Batista Meiers. Der Geschäftsführer Sport weist damit indirekt bereits auf den wahrscheinlichen Einsatzort des Neuen hin: Im Zehnerbereich, dort, wo aus der Zentrale heraus gefährliche Aktionen initiiert und begleitet werden sollen, wird er bei Trainer Ralf Kettemann den Planungen nach seinen Platz finden.

Transfersumme zeigt neue Möglichkeiten auf

So typisch der Transfer vom Zuschnitt des Spielers ist, so doch etwas anders sind die Umstände. Für Batista Meier, den nach Verteidiger Jano ter Horst zweiten SCP07-Zugang vom Nachbarn und Zweitliga-Absteiger Preußen Münster, blättern die Ostwestfalen dem Vernehmen nach 400.000 Euro an Ablöse hin – eine für den Klub nicht alltägliche Summe, die für die nach wie vor beschauliche Transferpolitik neue Möglichkeiten aufzeigt, da sie nicht durch Verkäufe gegenfinanziert werden muss.

„Die Voraussetzungen sind andere als bei den Aufstiegen 2014 und 2019“, erläutert Präsident Thomas Sagel. „Da mussten wir noch Verbindlichkeiten tilgen. Das müssen wir in diesem Jahr nicht. Entsprechend können wir den Kader aufwerten.“ Wenngleich mit Top-Scorer Filip Bilbija (15 Tore in der abgelaufenen Zweitligasaison, ein Treffer in der Relegation) auch noch ein dann schmerzlicher Abgang droht.

Während Sportchef Lange noch weiterhin um Verstärkung auf den offensiven Außen bemüht ist, schloss er die „Baustelle Tor“ ebenfalls in der vergangenen Woche, ebenfalls womöglich mit gewissem finanziellem Aufwand. Auf der aus Langes Sicht „Position mit der höchsten Verantwortung“ soll sich nach dem zuletzt so erfolgreichen temporären Deal mit Stuttgarts Dennis Seimen erneut ein Leihspieler bewähren.

Nahuel Noll kommt nach Paderborn und entwickelt sich mit seinem „Move“ immer mehr zum „Wander-Spezialisten“ in Handschuhen. In seiner Jugend dank seiner spanischen Mutter bereits weit gereist, tritt der gebürtige Münchner in der Domstadt nach der SpVgg Greuther Fürth (2024/25) und Hannover 96 (2025/26) bereits seine dritte Stelle auf Zeit hintereinander an.

„Er hat auf hohem Niveau viel Spielpraxis gesammelt und gezeigt, dass er über enorme Qualitäten verfügt“, so Ex-Torhüter Lange über sein Arrangement mit Hoffenheim, das zunächst eine Gebühr von rund 500.000 Euro vorsieht (die sich nach Einsätzen reduziert) und der TSG noch einmal etwas Zeit verschafft, sich Noll für ein mittelfristiges Karriereende von Nationalkeeper Oliver Baumann warm zu halten.

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