Schon beim 1:2 in Leipzig war der FC St. Pauli durch einen Magen-Darm-Virus erheblich geschwächt. Vor der finalen Saisonwoche und dem Abstiegs-Endspiel gegen den VfL Wolfsburg soll verhindert werden, dass sich die Krankheitswelle ausbreitet.
Zum Wochenstart fehlt Smith
Alexander Blessin ist Umbauten in der laufenden Spielzeit bereits gewohnt, musste seit Saisonbeginn immer wieder langfristig Leistungsträger wegen schwerwiegender Verletzungen ersetzen. So viel Improvisationstalent wie am vergangenen Wochenende war indes selten zuvor gefragt: Hauke Wahl kam aufgrund eines um sich greifenden Magen-Darm-Virus‘ nur für einen Jokereinsatz infrage, die für ihn vorgesehenen Innenverteidiger Adam Dzwigala (reiste Freitag gar nicht erst mit) und David Nemeth (erkrankte in der Nacht vor dem Spiel im Hotel) mussten ebenfalls passen und Linksverteidiger Louis Oppie nach rund einer Stunde wegen Magenkrämpfen vorzeitig raus. Wird es am Samstag noch schlimmer?
Blessin: „Wir müssen die Erkrankten separieren“
Schon nach dem 1:2 in Leipzig hatte der Trainer den Fahrplan für diese Woche festgelegt: „Wir müssen die Erkrankten separieren und gucken, dass sich keine weiteren Spieler anstecken.“ Zumal die Ausfallliste mit Manolis Saliakas, Karol Mets (Muskelblessuren) und James Sands (Sprunggelenk-Operation) und Mathias Pereira Lage (Kreuzbandriss) bereits mit potenziellen Eckpfeilern gefüllt ist und Wahl sich zur Einwechslung bereit erklärt hat, obwohl er, wie Blessin sagt, „zuvor gar nicht mehr von der Toilette runtergekommen ist“.
Zum Trainingsstart in die Finalwoche war von den Erkrankten lediglich Dzwigala zurückgekehrt, dafür fehlte Eric Smith erkrankt. Der Schwede war nach der Einheit am Dienstag ursprünglich für eine Medienrunde vorgesehen, am Vormittag aber vermeldete der Kiez-Klub, dass statt des Vize-Kapitäns Torhüter Nikola Vasilj sprechen werde. Smith würde „vorsichtshalber“ nicht mit der Mannschaft trainieren. Das ist zu Wochenbeginn noch kein Alarmsignal, zumindest aber ein Zeichen, dass das Virus offenbar noch nicht ganz und gar unter Kontrolle ist.
Smith gegen Wolfsburg als Eckpfeiler eingeplant
Klar ist: Smith ist für das Duell mit den Wolfsburgern als Eckpfeiler fest eingeplant. Wegen der Erkrankungen von Wahl, Nemeth und Dzwigala hatte Blessin den 29-Jährigen in Leipzig aus dem Mittelfeld wieder in die Dreierkette zurück beordert, im Finale könnte er ihn eigentlich in beiden Positionen brauchen. Um einen Ausfall seines Unterschiedsspielers zu vermeiden, hatte er Trainer Smith am Samstag sogar kurz vor Schluss ausgewechselt. Der Grund: Mit vier Gelben Karten war er vorbelastet, sollte auf keinen Fall noch eine Gelbsperre kassieren.
Gesperrt ist Smith am Samstag gegen den Drittletzten aus Niedersachsen nicht, stattdessen aber im Vorfeld mindestens leicht gesundheitlich angeschlagen. In den verbleibenden Tagen geht es im Trainingszentrum an der Kollaustraße deshalb nicht nur um den Feinschliff für Wolfsburg, sondern vor allem auch darum, weitere Krankheitsfälle zu vermeiden.

