Sebastian Kehl ist nicht länger Sportdirektor bei Borussia Dortmund. Am Sonntag gab der BVB überraschend die Trennung bekannt – mit sofortiger Wirkung.
Nach „offenem Gespräch“
Seit 2018 war er Leiter der Lizenzspielerabteilung, seit 2022 Sportdirektor – doch jetzt ist Sebastian Kehls Zeit bei Borussia Dortmund vorbei. Am Tag nach dem 3:2-Heimsieg gegen den Hamburger SV informierte der BVB überraschend über die sofortige Trennung vom Ex-Kapitän.
„In einem sehr offenen Gespräch sind Sebastian Kehl, Carsten Cramer und ich zu der gemeinsamen Überzeugung gelangt, dass im Sommer der richtige Zeitpunkt für Veränderungen gekommen ist“, wird Sport-Geschäftsführer Sport Lars Ricken in der Klubmitteilung zitiert. „Damit sich beide Seiten darauf vorbereiten können, haben wir uns einvernehmlich auf eine sofortige Beendigung von Sebastians Tätigkeit verständigt. Auch Sebastian und mich verbindet eine lange Geschichte. Wir haben nicht nur gemeinsam für Borussia Dortmund gespielt, sondern sind 2002 auch gemeinsam Deutscher Meister geworden. Sebastian hat enorme Verdienste für unseren Verein und für sein großes Engagement sind wir ihm sehr dankbar.“
Noch am Samstag hatte Kehl nach dem Sieg gegen den HSV in der Mixed Zone gesprochen, Hinweise auf einen Abschied gab es da noch nicht. Der 46-Jährige musste 2024 Lars Ricken den Vortritt lassen, als ein Nachfolger von Hans-Joachim Watzke als Sport-Geschäftsführer gesucht worden war. Dennoch war Kehl als Sportdirektor im Amt geblieben – bis jetzt.
Kehl: „Das Feld hier ist bestellt“
„Borussia Dortmund hat mich mein halbes Leben begleitet und ich habe eine extreme Verbundenheit zu diesem großartigen Klub“, so Kehl nun. „Trotzdem haben wir nun gemeinsam das Gefühl entwickelt, dass es an der Zeit ist, neue Wege zu gehen – sowohl für den BVB als auch für mich. Zu diesem Ergebnis sind Lars, Carsten und ich heute in einem konstruktiven Gespräch gekommen. Ich habe Borussia Dortmund viel zu verdanken und bin stolz, rund 24 Jahre Teil der BVB-Familie gewesen zu sein. In dieser Zeit habe ich so viele unglaubliche Erfolge mit dem Verein, seinen Mitarbeitern und seinen fantastischen Fans feiern dürfen, und es wird mich für immer stolz machen, Teil der Vereinshistorie zu sein. Das Feld hier ist bestellt, ich wünsche dem Verein bei seiner Neuausrichtung nur das Allerbeste und weiterhin die größtmöglichen Erfolge. Borussia Dortmund, das unglaubliche Stadion und die Südtribüne werden immer einen festen Platz in meinem Herzen haben. Es war mir eine Ehre.“
Kehl hatte 13 Jahre lang für den BVB gespielt und unter anderem drei Meistertitel gewonnen. Anschließend hatte er seine Funktionärslaufbahn bei der Borussia gestartet. „Die Trennung von Sebastian Kehl bedeutet natürlich einen Einschnitt in unserer sportlichen Führungsebene“, weiß Carsten Cramer, Sprecher der BVB-Geschäftsführung. „Um die mit Blick auf die neue Saison anzustoßenden Veränderungen voranzutreiben und auch Sebastian Zeit für die nächsten Schritte seiner beruflichen Zukunft zu geben, ist die Trennung zum jetzigen Zeitpunkt folgerichtig.“
Auch im Kader wird es bei den Dortmundern, die auf bestem Weg sind, die Saison als Vizemeister zu beenden, im Sommer einige Veränderungen geben. Unter anderem werden die Verträge von Julian Brandt, Niklas Süle und Salih Özcan nicht verlängert. Um Nico Schlotterbeck kämpfen die Bosse weiterhin, Kehl wird dabei nicht mehr involviert sein.

