Manuel Neuer blickt kurz vor dem 40. Geburtstag zurück – und nach vorn. Um das Spiel attraktiver zu machen, schlägt er Regeländerungen vor. Die Bewertungen seiner Leistungen kann er manchmal schwer nachvollziehen.
„Vielleicht wäre ich Sechser wie Javi Martinez geworden“
Am 27. März wird Manuel Neuer 40 Jahre alt – und kurz danach aller Voraussicht nach zum zehnten Profi der Bundesliga-Geschichte, der jenseits der Marke auf dem Feld steht. Im Tor, versteht sich. Denn in einem Interview mit France Football hat der Münchner noch einmal betont, dass ihm auch außerhalb der Pfosten eine Profikarriere gewunken hätte.
„Ich hätte auf einem niedrigeren Niveau spielen können“, sagte er. „In einer ballbesitzorientierten Mannschaft in der dritten Liga zum Beispiel wäre das möglich gewesen. Mir hätte wahrscheinlich etwas an Schnelligkeit gefehlt, aber ich hätte auf einem guten Niveau spielen können. Vielleicht wäre ich Innenverteidiger oder Sechser vor der Abwehr, so ähnlich wie Javi Martinez, gewesen.“
Bekanntlich kam es in einem Pflichtspiel nie zu diesem Experiment, sodass Neuer „lediglich“ als hervorragender Torwart in die Geschichtsbücher eingehen wird. Angesichts seiner Weltklasse über mehrere Jahre tut sich der 540-malige Bundesliga-Profi mit der Wahrnehmung seiner Leistungen manchmal schwer: „Ich weiß, dass immer viel von mir erwartet wird und die Messlatte sehr hoch liegt“, beschrieb er: „Selbst nach einem guten Spiel heißt es oft, es sei nur ein durchschnittliches Spiel gewesen. Deshalb ist die Bewertung manchmal schwer nachzuvollziehen.“
Neuer positioniert sich gegen Zeitspiel
Seinen Nachfolgern rät der 39-Jährige, dessen Vertrag beim FCB im Sommer endet: „Seid offen für Neues. Arbeitet an euren Schwächen. Sagt nicht: ‚Ich spiele nur mit dem rechten Fuß.‘ Heutzutage muss man beidfüßig spielen können.“ Und einen Wunsch äußerte er in Richtung der Regelhüter.
„Ich würde mir eine Zeitbegrenzung für Abstöße und Eckbälle wünschen, ähnlich der Acht-Sekunden-Regel für Einwürfe.“ Nach dieser Zeit können Schiedsrichter einen Eckball für das gegnerische Team geben. „Zeitspiel stört den Spielfluss“, findet Neuer. „Zu oft verschwenden Mannschaften viel Zeit mit Freistößen. Vielleicht wären zehn statt acht Sekunden sinnvoll, und vor allem sollte die Regel konsequent angewendet werden.“
Laut The Athletic erwägt das IFAB, das die Spielregeln festlegt, eine 30-Sekunden-Grenze für Einwürfe und Abstöße einzuführen. „Man könnte sich auch Hütchen mit Bällen neben dem Tor vorstellen“, sagte Neuer. „Bei Auswärtsspielen sind manchmal plötzlich keine Balljungen verfügbar. Das ist reine Zeitverschwendung.“

