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Zu wenig Druck und Ideen: Köln laboriert am Loch im Zentrum

Nur zwei Siege seit Beginn des Jahres sind für den Aufsteiger zu wenig: Der 1. FC Köln steckt in der Krise. Und zwar auch, weil die Offensive nicht richtig in die Gänge kommt.

FC-Offensive lahmt

Der Blick auf die Tabelle ist eigentlich eindeutig. 35 Tore hat der 1. FC Köln in dieser Saison erzielt. Auf diesen Wert kommt von den Teams in der unteren Tabellenhälfte sonst nur noch der VfL Wolfsburg. Doch dass der Aufsteiger seit Monaten einfach zu wenige Siege einfährt, liegt auch am Spiel nach vorn. Denn betrachtet man die Statistik seit Jahresbeginn, wird die Misere des FC deutlich: 13 Tore erzielten die Geißböcke in elf Spielen (durchschnittlich 1,2), nahmen aber 20 Gegentreffer hin (1,8 im Schnitt). Während die Abwehr oft zumindest passabel dasteht, kommt vor dem gegnerischen Tor einfach zu wenig heraus.

Dabei ist das Team von Trainer Lukas Kwasniok nie völlig unterlegen. Vielmehr wissen seine Profis oftmals mit den Spielanteilen wenig anzufangen. Die Partie zuletzt beim Hamburger SV (1:1) verdeutlichte das Problem: Während die Hamburger in der zweiten Hälfte nur noch eine gefährliche Ecke in der Nachspielzeit zustande brachten und ansonsten dem FC das Feld überließen, machte Köln aus der optischen Überlegenheit nichts. Nach Said El Malas Ausgleich kurz vor der Pause war die nächste Chance des FC ein Kopfball in der Nachspielzeit von Eric Martel.

Aus dem Spiel heraus geht selten etwas

Drei klare Torchancen stehen so in der kicker-Statistik – eine magere Ausbeute. Ähnlich verlief es zuletzt häufiger. Gegen Augsburg (0:2) etwa kamen gegen biedere Hausherren ebenfalls nur drei Möglichkeiten zustande. Zu wenig, um im Tabellenkeller dringend benötigte Siege einzufahren.

Das Problem: Köln ist bis zu einem gewissen Grad abhängig von Einzelleistungen geworden. Gegen Hoffenheim (2:2) sorgten ein Fallrückzieher und ein Solo von El Mala für die Tore, gegen Borussia Dortmund (1:2) waren es Sololäufe von Jakob Kaminski, die in Unterzahl die Hoffnung auf eine Sensation nährten. Aus dem Spiel heraus geht inzwischen selten etwas. Und das, obwohl der FC nie vom Spiel abgemeldet ist und häufig sogar mehr Spielanteile aufweist. Die einzige Ausnahme ist da das 1:4 gegen den FC Bayern mit 28 Prozent Ballbesitz.

Im eigenen Angriff aber gelingt es dem Team zu selten, Gefahr zu erzeugen. Häufig wählt die Mannschaft im Aufbau den langen Ball in Richtung Stoßstürmer Ragnar Ache, der einrückende Nebenleute einsetzen soll. Gelingt es dem FC, bis ans gegnerische Angriffsdrittel vorzurücken, versanden die Bemühungen oftmals.

Ein Indiz für die Problematik: Mit jeweils einem Tor und zwei Vorlagen sind Eric Martel und Isak Johannesson die gefährlichsten Kölner Mittelfeldspieler, Tom Krauß kommt immerhin auf eine Zuarbeit. Reichlich wenig, zumal auch einleitende Aktionen selten sind. Dass Johannesson die Ecke schlug, die zum Ausgleich in Hamburg führte, mildert diese Tatsache nur wenig ab.

Im Mittelfeld herrscht Ratlosigkeit

Auch deshalb sah sich Kwasniok immer wieder gezwungen, sein Zentrum umzubauen: Von den drei genannten Stammkräften kämpften besonders Martel und Johannesson zuletzt mit Formtiefs, sodass sogar der gelernte Linksaußen Jakub Kaminski für kurze Zeit zum Sechser umfunktioniert werden musste. Dass Krauß, der gerade in Umschaltmomenten seine Stärke hat und im Aufwind war, zuletzt wegen akuter Personalnot zum Rechtsverteidiger umfunktioniert wurde, macht die Situation nicht besser.

Kölns laboriert am Loch im Zentrum, dass die Mannschaft nur in drei der elf Partien seit Neujahr mehr als einen Treffer erzielte, macht Sorgen. Soll es im Rheinischen Duell mit Borussia Mönchengladbach etwas mit dem dritten Sieg des Jahres werden, wird Kwasniok auch die Ratlosigkeit im Mittelfeld abstellen müssen.

Keine einfache Aufgabe. Mit Felipe Chavez allerdings verpflichteten die Kölner im Januar einen talentierten Spieler, der genau in diesem Bereich seine Stärken entwickeln soll. Gut möglich, dass die Fähigkeiten der Bayern-Leihgabe bald gefragt sein werden.

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